Manfred EIbisch
Pfaffenhofen
Dass es am Ende einer von sommerlicher Witterung geprägten Woche ausgerechnet am Tag dieses besonderen Spiels regnete, bereitete den Verantwortlichen des MTV Sorgen. Die Zuschauerresonanz war dennoch nicht enttäuschend. Durch dicht gedrängte Reihen von Zuschauern bahnten sich beide Mannschaften pünktlich um 13.30 Uhr den Weg aus der Kabine aufs Spielfeld. Nicht dabei war Löwen-Kapitän und Torjäger Benny Lauth – er fehlte verletzungsbedingt.

Bürgermeister Thomas Herker (SPD), MTV-Chef Albert Gürtner und Löwen-Vizepräsident Franz Maget führten einen symbolischen Anstoß aus und kurz danach wurde es ernst. Erwartungsgemäß spielte sich die gesamte Anfangsphase weitgehend im Strafraum des MTV ab. Nur sieben Minuten dauerte es, bis Max Steiner im Tor des Jubilars erstmals hinter sich greifen musste. Sebastian Maier brachte die Löwen in Führung, und nur zwei Minuten später erhöhte Dominik Stahl auf 2:0.
 

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Die Torflut blieb zunächst aus, und der A-Klassist konnte sogar erste Angriffsversuche starten. Florian Randlshofer zwang 1860-Tormann Gabor Kiraly nach 14 Minuten zu einer Glanzparade, als er aus zentraler Position zum Kopfball kam.

Nach rund einer halben Stunde ließ der Regen nach, doch dafür fielen die Tore für die Münchener umso regelmäßiger. Ein Freistoß von Maier aus zentraler Position am Strafraumrand wurde zum 3:0 verwandelt, vor der Pause trafen Kevin Volland und erneut Stahl, so dass die Löwen eine 5:0-Führung mit in die Pause nahmen.
 

Nach dem Seitenwechsel ging es mit unvermindertem Tempo weiter. Treffer von Liridon Vocaj, Sandro Kaiser, Sebastian Maier sowie zweimal Kai Bülow sorgten dafür, dass das Ergebnis bereits nach einer Stunde zweistellig wurde. Kurz darauf wechselte der MTV auf der Torwartposition. Der neue Mann zwischen den Pfosten, Christian Kapser, muss in der verbliebenen knappen halben Stunde dreimal den Ball aus dem Netz holen. Am anderen Ende war den Gastgebern kein Tor vergönnt, auch wenn es immerhin die eine oder andere Chance gab.

MTV-Spielertrainer Christian Stern hatte allerdings trotzdem nach Spielende ein breites Lächeln im Gesicht. „Ich habe gedacht, dass es schlimmer ausgeht. Kompliment an meine Jungs, die sich super gewehrt haben“, bilanzierte Stern.

Auch Manuel Kühnl hatte dieses einmalige Erlebnis sichtlich genossen. „Da hast du wirklich keine Chance. Bevor du überhaupt denken kannst, ist der Ball schon weg. Trotzdem hat es viel Spaß gemacht“, sagte der Mittelfeldspieler des MTV.

Grund zum Jubeln gab es übrigens nicht nur für die Löwen-Fans, die recht zahlreich erschienen waren, um dieses abschließende Spiel ihrer Mannschaft vor der Sommerpause zu sehen. Bei der von 1860-Stadionsprecher Stefan Schnieder moderierten Aktion „Der goldene Schuss“ ging der Hauptpreis, ein signiertes Löwen-Trikot, an einen bekennenden Bayern-Fan. „Du kannst es ja zum Pokalfinale anziehen, vielleicht bringt es Dortmund Glück“, scherzte Schneider bei der Preisübergabe. Die mitgebrachten Verlosungspreise – das Trikot und drei ebenfalls verloste Bälle mit den Autogrammen der 1860-Spieler – waren allerdings die einzigen Geschenke, die der Münchener Traditionsverein mit dabei hatte – auf dem Spielfeld ließen die Profis keine Gnade walten.