Etwa drei Stunden lang hatten Rathauschef Thomas Herker, Sparkassenvorstand Norbert Lienhardt und der städtische Berater Reiner Gay von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rödl & Partner die wichtigsten Daten und Fakten zu der geplanten Fusion der Sparkassen Ingolstadt, Eichstätt und Pfaffenhofen vorgestellt und sich den unzähligen Fragen der Stadträte gestellt. Nach einer kurzen Pause tagte das Gremium ohne die zwei Experten weiter, ehe man etwa eine Viertelstunde später zur Abstimmung schritt. Mit 25:0 Stimmen (sechs Stadträte waren nicht anwesend) wurde einstimmig beschlossen, die Fusionsverhandlungen zu beenden. Nun sollen die Weichen dafür gestellt werden, "dass die Sparkasse personell und strategisch so aufgestellt wird, dass diese auch in Zukunft und als eigenständiges Institut die Versorgung von Bürgern und Unternehmen mit Bankdienstleistungen sicherstellen kann", heißt es im offiziellen Beschluss, den Bürgermeister Herker nach dem Sitzungsmarathon präsentierte. Dem Stadtrat sei natürlich bewusst, dass es auch ohne Fusion zu "Strukturanpassungen" kommen werde - wobei Herker betonte, dass keine betriebsbedingten Kündigungen geplant seien.

 

 

Nähere Details wollte der Rathauschef mit dem Verweis auf die Nichtöffentlichkeit der Sitzung nicht bekannt geben. Er freue sich jedoch sehr, dass der Stadtrat in dieser entscheidenden Frage über die Zukunft der Pfaffenhofener Sparkasse in großer Sachlichkeit und ohne Parteidenken debattiert und abgestimmt habe. Herker: "Auf so einen Stadtrat kann man als Bürgermeister stolz sein."

Landrat Martin Wolf (CSU) nahm den Beschluss des Stadtrates äußerlich gelassen zur Kenntnis - "die Entscheidung ist ja keine Überraschung." Er könne sich zwar vorstellen, dass eine Reihe von Vertretern der anderen Sparkassenträger (der Landkreis, Wolnzach und Geisenfeld) gerne intensiver über eine Fusion diskutiert hätten, nun müsse man aber den Blick in die Zukunft richten. Trotz des Ausstiegs war Wolf ein Signal nach Ingolstadt wichtig: "Der Landkreis wird weiter ein verlässlicher Partner der Region bleiben, in der es unglaublich viele gemeinsame Themen und Interessen gibt."