Pfaffenhofen: "Pollerisierend"
Das Künstlerehepaar Heike und Manfred Habl zeigt in der Kulturhalle verschiedene Werke aus über drei Jahrzehnten - Foto: Raths
Pfaffenhofen
Der „Stein des Anstoßes“ ist in der Kulturhalle ebenso zu beäugen wie der „Problem-Poller“ vom Pfaffenhofener Hauptplatz. Bürgermeister Thomas Herker (SPD) veranlasste der Anblick während der Ausstellungseröffnung zu der Bemerkung, dass das hier gezeigte „pollerisierend“ sei.

Tatsächlich können beide Werke können als multithematische Auseinandersetzungen gesehen werden, die einerseits örtliche Probleme aufgreifen, aber auch dazu geeignet sind, die Perspektive auf andere Gedankendimensionen zu öffnen. So ist für Manfred Habl sein „Stein des Anstoßes“, den er mit einem – funktionsfähigen – Megafon versehen hat, auch eine Aufforderung an die Pfaffenhofener, die Kommunikation in Schwung zu bringen. „Selbst der Wahlkampf auf diesem Stein ist denkbar“, so Habl bei seiner Ausstellungseinführung.

Dem Problem-Poller nähert sich der Künstler mit Kindertretautos und lädt dazu ein, doch auch einmal das Fahren zu üben. Vielleicht hapert’s ja daran, wer weiß. Als Hommage an den verstorbenen Aktionskünstler Joseph Beuys gedacht ist „Beuys und Brokkoli“. Die Hintergründe dazu erklärt gerne Habl selbst, der über die ganze Ausstellungsdauer hinweg Tag und Nacht in der Kunsthalle präsent sein will.

Pallettenkunst ist dort ebenso vertreten wie Heike Habls Labyrinthe in jeder nur denkbaren Variation. Tonnenweise Steine wurden dafür herangeschafft, etwa um einen begehbaren Ariadnefaden zu schaffen. Besucher sind dazu eingeladen, ihren Weg darin zu finden. Virtuell begleitet wird die gesamte Installation über Webcam, Twitter und Facebook (www.habl100.de). Damit soll verfolgbar sein, so Manfred Habl, wie sich die Installationen über die Ausstellungszeit hinweg verändern.

Bereits fünf Schulklassen haben sich zu einem Rundgang angesagt. Den freundlichen Hinweis Habls in die Besucherrunde, jeden Monat eine Ausstellung in der Kulturhalle ausrichten zu können, kommentierte Herker trocken: „Wir betrachten das als Drohung.“ Habl polarisiert eben und ist immer für Überraschungen gut. Jeder, der den Pfaffenhofener Künstler einmal aus der Nähe erleben will und dazu auch seine Werke nebst die seiner Frau Heike hat jetzt Gelegenheit dazu.

Zu sehen ist die Ausstellung in der Pfaffenhofener Kulturhalle, Kellerstraße 6a, noch bis zum Sonntag, 15. Juli, rund um die Uhr, wie der Künstler verspricht. Der Eintritt ist frei.