Geisenfeld: Wanderpokal an "Qualmende Socken II"
Bei der Siegerehrung gab es für die besten Gruppen und Einzelstarter die Pokale aus den Händen von Gudrun Eberle als Vorsitzender des Laufvereins (3.v.r.) und Landrat Martin Wolf (r.) - Foto: Semet
Geisenfeld
Mit 45 Minuten Verspätung waren die 44 Teilnehmergruppen am Freitagabend in das Laufspektakel gestartet. Grund: Das Zählgerät, das die gelaufenen Runden der Läufer erfassen sollte, streikte am Anfang. „Wir sind dann ganz spontan dazu übergegangen, die Runden manuell per Strichliste zu erfassen und später in das Gerät einzugeben“, erklärt Organisatorin Gudrun Eberle. Gegen 20.30 Uhr konnte der Computer dann doch noch „zum Laufen“ gebracht werden.

Die technische Panne sorgte nicht nur bei einigen Teams, die ihre Läufer ja zeitlich eingeteilt hatten, für Durcheinander, sondern auch bei den Veranstaltern selbst: „Es ist ein enormer Stress, wenn 1000 Läufer darauf warten, dass wir den Computer reparieren und sie endlich mit dem Lauf beginnen können“, blickt Eberle zurück. „Zum Glück haben die Teilnehmer Verständnis gezeigt, und wir haben keine negativen Rückmeldungen bekommen“, ergänzt die Organisatorin.

Insgesamt wurden heuer von den rund tausend Läufern und Walkern 5183 Runden (a 1,85 Kilometer) für den guten Zweck „erlaufen“, der „Marathon-Mann“ schlechthin war wieder der 50-jährige Thorsten Büchner aus Manching mit 81 ganz alleine gelaufenen Runden.

Um die 24 Stunden durchzuhalten, haben sich nicht alle Teams im Vorfeld eine Taktik zurechtgelegt. Christopher Daff vom Team der „Rosaroten Panther“ erklärt: „Wir sind geplant ungeplant ins Rennen gegangen. Wer noch am fittesten ist, der läuft.“ Die Gruppe der Jugendlichen wurde vom 15-jährigen Felix Lachermaier, der nicht zum ersten Mal am 24-Stunden-Lauf teilnimmt, allein auf die Beine gestellt.

Durchgeplanter ging das Team „BFFT Fahrzeugtechnik GmbH“ aus Gaimersheim an den Start. „Wir haben unsere Läufer so eingeteilt, dass alle vier bis fünf Stunden jemand anderes läuft“, erklärt Marion Brechtesbauer. „Da die meisten von uns aus der Gegend stammen, mussten wir nicht in der Turnhalle im Schlafsack schlafen, sondern konnten dazu nach Hause fahren“. Nicht sonderlich angetan zeigte sich die Mannschaft jedoch vom angebotenen Essen: Schnitzel mit Pommes seien wenig sportlerfreundlich, da das viele Fett schwer im Magen läge. „Zum Glück wurde uns Obst zur Verfügung gestellt, aber Nudeln als Energielieferant wären einfach gut gewesen“, so Brechtesbauer.

Im Großen und Ganzen zeigten sich aber auch die Läufer dieses Teams zufrieden, wieder kommen wollen sie beim nächsten Mal auf jeden Fall. „Auch wenn sich der Muskelkater erst morgen einstellen wird, hat es doch Spaß gemacht“, sagt Roland Siebert. Diese leichteren Blessuren gehören nun einmal zu dem Laufspektakel dazu und können auch mit vorhergehendem Training kaum vermieden werden. „Wir haben vor ungefähr drei Monaten begonnen, uns auf den Lauf vorzubereiten. Einmal in der Woche haben wir uns zum gemeinsamen trainieren getroffen“, gibt Marion Brechtesbauer an.

Neu in diesem Jahr war, dass sich die Läufer auf einer Leinwand mit Sprüchen und kleinen Bildern verewigen konnten. Auf die Idee war Organisatorin Gudrun Eberle selbst gekommen. „Einige der Gemälde sind schon von Privatpersonen gekauft worden. Das Geld wird natürlich als Spende an die adipösen Jugendlichen gehen“, ergänzt sie als selbst begeisterte Läuferin. Die Band Jazz Cake verkürzte den Besuchern die Zeit bis zur Siegerehrung, nach der alle Beteiligten endlich nach Hause und endlich schlafen gehen durften. Bis auf die Organisatoren selbst.