Neuburg: Tierschutzverein in der Erfolgsspur
Sie tragen die Verantwortung für den Tierschutzverein: (hinten von links) Roland Idecke (Kassier), Gerhard Schmidt (Vorsitzender), Günther Großmann (Beirat), Karina Diehl (Beirätin); (vorne von links) Sonja Wilde, Regina Rammler (Kassenprüferinnen), Peggy Herrle (Schriftführerin). Nicht auf dem Foto ist Johann Schneemeier, der zweite Vorsitzende - Foto: Hamp
Neuburg

Mit diesen guten Nachrichten glänzte der Vorsitzende des Neuburger Tierschutzvereins Gerhard Schmidt in seinem Rechenschaftsbericht. Nach der Begrüßung der etwa 30 Anwesenden, darunter die Bürgermeister Hans Habermeyer (Neuburg) und Alfred Ehrnstraßer (Rennertshofen) – stellte er zunächst die Vereinszuständigkeit dar. Verträge gebe es vor allem mit den Gemeinden des Landkreises, aber auch mit Egweil, Nassenfels und seit Januar auch mit Kühbach. Die Gemeinden zahlen feste Beiträge, erwarten dafür aber, dass der Verein rund um die Uhr bereit ist, zum Beispiel Hunde zu übernehmen, wenn der Besitzer gerade gestorben ist. 2014 habe man einen „Durchlauf“ von fast 500 Hunden, 300 Katzen, 155 Kleintieren und 36 Großtieren gehabt. An 365 Tagen arbeiteten insgesamt elf Pfleger, die auch 27 Nachteinsätze hatten.

Positiv sieht der Vorsitzende den Stadtratsbeschluss vom vergangenen Jahr, den Neuburger Volksfestplatz für Zirkusse mit Wildtieren zu sperren. Die Tierhaltung in diesen Unterhaltungsbetrieben sei eine „Kulturschande“. Dazu entspann sich am Versammlungsende noch eine lebhafte Diskussion. Bürgermeister Hans Habermeyer schränkte ein, dass der Beschluss juristisch nicht ganz wasserdicht sein könnte, weshalb darüber nochmals im Stadtrat beraten werde.

Die Tierheimkosten könne man stemmen, weil dank guter Planung die Tiere weitgehend artgerecht gehalten werden könnten und wenig Personal benötigt werde. Hinzu kämen Einnahmen aus vermieteten Wohnungen, durch die Tierpensionen, eine Photovoltaikanlage und durch Vermittlungsprovisionen bei Tier-Haftpflichtversicherungen. Weil hier vernünftig gearbeitet werde, käme auch jährlich ein Augsburger vorbei und würde 3000 Euro spenden.

Dann sprach Gerhard Schmidt die Zusammenarbeit mit anderen sozialen Vereinen an, die sich etwa um junge oder alte Menschen, um Behinderte oder Asylbewerber kümmern. Mit ihnen könne man gemeinsame Veranstaltungen planen und habe dies schon getan. Regina Dorwarth, Vertreterin des Landratsamtes, sprach sich deutlich für solche Aktionen aus, bei denen alle gewinnen könnten, auch die unterstützenden Firmen. Der gemeinsame Gedanke sei es, sich für etwas einzusetzen, das sich selber nicht helfen kann.

Der ausführliche Kassenbericht von Roland Idecke zeigte, dass die Einnahmen des Vereins von rund 325 400 Euro 2014 vor allem durch Beiträge und Spenden (etwa 217 000 Euro) zustande kamen. Weitere Quellen waren die Zweckbetriebe (knapp 80 000 Euro) und die Vermögensverwaltung (rund 29 000 Euro). Dem standen Ausgaben von rund 322 000 Euro gegenüber. Etwa 3500 Euro blieben übrig, was auch nötig sei, wenn man an kommende Investitionen denke. Nach dem Bericht der Kassenprüfung wurde der Vorstand einstimmig entlastet.

Wahlleiter Hans Habermeyer hatte dann leichtes Spiel. Gewählt wurde durchweg offen per Handzeichen. Sowohl der alte und neue Vorsitzende Gerhard Schmidt, wie auch alle weiteren Vorstandsmitglieder wurden einstimmig mit einigen Enthaltungen gewählt. Ein Grußwort des zweiten Bürgermeisters Alfred Ehrnstraßer beschloss dann den offiziellen Teil des Abends.