Die Zeit reichte kaum, um auf alle Meldungen aus dem Publikum einzugehen. Die Gäste diskutierten währenddessen murmelnd miteinander, hinterher fanden sie sich in kleinen Gruppen zusammen, wo sie sich über die einzelnen Positionen unterhielten. "Man sieht, das sind Themen, die den Leuten unter den Nägeln brennen. Wir wollten etwas gegen die Politikverdrossenheit machen. Für die breite Masse", erklärt Marcus König, einer der Moderatoren. Genau deshalb hielten die meisten Gäste bis zum Schluss durch. Auch wenn die Podiumsdiskussion eine Stunde länger als geplant dauerte, die Temperatur im Saal stieg und die Diskussion nicht immer so hitzig war, wie es sich der zweite Moderator Werner Ludsteck gewünscht hätte: "Die Kandidaten diskutierten auf dem Podium seriös und ausgewogen. Auch wenn ich persönlich ein bisschen mehr Pfeffer gewollt hätte. Aber es war lebhaft."

Einmal alle Persönlichkeiten live, statt nur auf dem Wahlplakat zu erleben, war für viele ein Anreiz, zu kommen. Die Podiumsdiskussion lockte auch Menschen an, die bereits gewählt hatten. So zum Beispiel einen Mann aus Wolnzach: "Ich bin hierher gefahren, um einmal alle auf einem Fleck und mit den gleichen Fragen konfrontiert zu sehen. Man hat gemerkt, die erfahrenen Platzhirsche wie Erich Irlstorfer und Eva Bulling-Schröter hatten einen riesen Vorteil. Die Jungen müssen da noch ein bisschen mehr reinkommen." Ein Gast aus Vohburg ergänzt: "Aber nichtsdestotrotz haben sich auch sie wacker geschlagen. Vor allem der Kandidat der SDP hat das für den Anfang wirklich gut gemacht."

Doch auch die Chance, alle Kandidaten einmal auf Herz und Nieren geprüft zu sehen, zog Zuschauer an. "Es war interessant zu hören, wie einmal ihr Fachwissen abgeklopft wurde. Meiner Meinung nach war es völlig daneben, was manche Parteien zum Beispiel bezüglich Bildungsgerechtigkeit und eines gleichen Abiturs von sich gegeben haben", sagt Vitus Schwärzer.

Für viele war es ein Ausblick auf die Entscheidung am Sonntag; über mögliche Prozentergebnisse spekulierten die Gäste. Einer prognostizierte 30 Prozent für die CDU/CSU und jeweils 20 für die SPD und die AfD - auch wenn das nicht sein Wunsch sei. "Auch für Erstwähler oder Unentschlossene war das mit Sicherheit eine gute Gelegenheit, um sich von einem Kandidaten oder einer Partei überzeugen zu lassen", führt eine Frau aus Dünzing an.

Das Fazit eines Gastes aus diesem Abend war: "Es wird Zeit, dass endlich Sonntag ist und gewählt wird."