Manching: "Wir wissen einfach nichts Genaues"
Kater Gysmo wird seit einigen Wochen vermisst. Die Besitzer vermuten einen Zusammenhang mit einer Altkleidersammlung. - Foto: oh
Manching
Zehn Katzen sind innerhalb weniger Wochen wie vom Erdboden verschluckt – und keiner weiß genau, warum. Das plötzliche Verschwinden der Haustiere im Raum Münchsmünster und Schwaig (DK berichtete) hat zahlreiche Leser veranlasst, ihre eigenen Erfahrungen zu schildern. Das Ergebnis: Nicht nur im Grenzbereich der Landkreise Pfaffenhofen und Kelheim sind in jüngster Zeit auf unerklärliche Art und Weise Katzen verschwunden. Auch aus dem Ingolstädter Ortsteil Friedrichshofen sowie aus dem zu Pförring gehörenden Wackerstein haben sich Leserinnen und Leser gemeldet, deren Stubentiger auf einmal weg waren.

Tierfänger, Duftstoffe als Lockmittel, Altkleidersammlungen: Über die Ursachen lassen sich freilich nur Mutmaßungen anstellen. Manuela Barth aus Schwaig, die nach dem Verschwinden ihres Katers Gysmo die ganze Sache ins Rollen brachte, ging zunächst davon aus, dass möglicherweise wieder einmal Tierfänger unterwegs waren. Denn auch in den Jahren zuvor hatte es immer wieder ähnliche Vorfälle gegeben.

Auf den DK-Artikel vom vergangenen Wochenende erhielt sie zahlreiche Anrufe, aber leider keinen Hinweis auf Gysmo. "Erstaunlicherweise haben aber alle, die sich bei mir gemeldet haben, unabhängig voneinander die gleichen Angaben gemacht", so die 42-Jährige: "Alle fragten als erstes, ob bei uns eine Altkleidersammlung stattgefunden hat, bei der rote Wäschekörbe benutzt wurden." Tatsächlich sind in den vergangenen Wochen in der Gegend um Neustadt und Münchsmünster mehrmals derartige Sammlungen durchgeführt worden. "Daher ist meine Vermutung, dass unser Gysmo ein Opfer wurde", so Manuela Barth weiter – zwar nicht geplant, aber trotzdem gerne mitgenommen, als er wohl friedlich an der Straße in der Sonne lag.

Ob dem wirklich so war, wird sich vermutlich nie mehr feststellen lassen. Doch eines steht fest: Dass immer wieder an einem Ort in kurzer Zeit auffallend viele Katzen verschwinden. "Wir merken das auch", sagt Hanne Pietsch aus Schrobenhausen, Vorstandsmitglied im Tierschutzverein Ingolstadt, dessen Einzugsgebiet bis nach Pförring reicht: "Auf einmal werden in einem Bezirk viele Tiere vermisst." Ob allerdings wirklich skrupellose Tierfänger die Katzen eingefangen haben, ist auch für sie fraglich. "Keiner hat jemals einen solchen Tierfänger gesehen", betont Pietsch: "Wir wissen einfach nichts Genaues." Sie betreut derzeit 110 der Kulturfolger im Tierheim Ingolstadt. Im vergangenen Jahr wurden dort 487 Katzen aufgenommen und 482 vermittelt, wobei dies bei den Babys am besten gelinge.

"Verschwundene Katzen werden bei uns nur selten angezeigt", sagt Otto Zieglmeier, kommissarischer Leiter der Polizeiinspektion Geisenfeld – die Erfolgsaussichten seien ziemlich gering. Ob nun wirklich Tierfänger unterwegs sind oder die Katzen bei Altkleidersammlungen "verschwinden", kann er aufgrund fehlender Erkenntnisse nicht sagen.