Ingolstadt: Versunken im Südwestquartier
Bis ins 13. Jahrhundert reichen die Siedlungsreste zurück, die an der Bauhofstraße (oben) entdeckt wurden. Darunter sind viele Schlachtabfälle, die auf die Gerber oder andere Handwerker hinweisen könnten. Das Südwestquartier der Ingolstädter Altstadt wurde im Sandtner-Stadtmodell aus dem 16. Jahrhundert als eher dünn besiedelt gezeigt. Die aktuellen Funde beweisen eine „sehr intensive“ Besiedelung - Fotos: Stadt Ingolstadt
Ingolstadt

Der Fernwärme für das Sportbad machte es möglich und nötig. Deshalb durften die Vergangenheitsforscher an der Münzbergstraße in den Untergrund blicken und stellten dort Verblüffendes fest: Im 15. Jahrhundert gab es an dieser Stelle bereits befestigte Straßen, wie Ruth Sandner vom Landesamt für Denkmalpflege und Gerd Riedel vom Stadtmuseum jetzt berichteten. Das ist erstaunlich, da dieser Teil der Stadt als in früheren Zeiten wenig entwickelt galt. „Man ist in Ingolstadt eben immer schnell dabei, das Sandtnermodell herzunehmen. Doch das war auch nur eine Momentaufnahme“, erklärte Ruth Sandner über das detaillierte Stadtmodell von 1572/73, das für den Südwesten der Altstadt viele freien Flächen und auch den „Egelsee“ zeige. Völliges Neuland betraten die Archäologen sogar in der Bauhofstraße, wo ein privates Bauprojekt den Blick in den Untergrund bot. 260 Befunde wurden gesichert – wie zahlreiche Fragmente von Tabakpfeifen; vermutlich wegen der Nähe der Münzbergkaserne. Rätsel gibt eine Balkenstruktur im Boden auf, die laut Riedel „einzigartig“ in Ingolstadt sei. „Wir können sie uns nicht erklären.“