Ingolstadt: Für einen Schmetterling rund um die Welt
Über Schmetterlinge so weit das Auge reicht freuen sich Jule (rechts) und Anne bei der Insektenbörse. - Foto: Hauser
Ingolstadt

Rund 20 Aussteller aus Deutschland und dem benachbarten Ausland haben ihre Tische und Schaukästen in der Aula und einer Halle aufgebaut. "Wir sind zufrieden", sagt der Zweite Vorsitzende der Entomologischen Gesellschaft Ingolstadt, Klaus Geith. Das gilt sowohl für die Zahl der Aussteller als auch die Besucher. "Das ist jedes Jahr etwa gleich", fügt Geith hinzu. Man kennt sich in der Branche, schließlich ist es bereits die 43. Insektenbörse. Vieles ist über die Jahre hinweg gleich geblieben. Das sind zum einen die immer gleichen Akteure und zum anderen die zahllosen Schaukästen, in denen fein säuberlich auf Nadeln gespießt Schmetterlinge und Käfer ausgestellt werden. Aber im Laufe der Jahre hat sich auch etwas verändert. Für Geith ist in den vergangenen Jahren der ökologische Gedanke immer stärker in den Vordergrund gerückt, die Sammelleidenschaft ist zurückgegangen. Die Schmetterlings- und Käferexperten gehen raus in die Natur - nicht nur, um zu sammeln, sondern auch um zu schauen: Was gibt es überhaupt noch? Laut Geith hat beispielsweise der heiße Sommer in ohnehin schon trockenen Gebieten wie etwa dem Altmühltal den Tieren geschadet. "Die Raupen finden dann einfach keine Nahrung." Aus der Sicht des Fachmanns ist die Artenvielfalt tendenziell eher rückläufig.

Bei der Insektenbörse selbst ist davon nichts zu spüren. Kein Wunder, die Tiere stammen von überall auf der Welt, viele aus Asien und Südamerika. Entsprechend reiselustig sind viele der Aussteller. "Dort, wo andere Leute Urlaub machen, sammle ich Schmetterlinge", erzählt Reinhold Geweiler. Die Liste seiner Exkursionen ist lang und reicht von Thailand über Indonesien bis Mexiko und viele andere Länder mehr. Doch in den vergangenen Jahren ist das Sammeln von Insekten immer schwieriger geworden. Wer glaubt, einfach nach Sri Lanka fliegen zu können, dort Schmetterlinge zu sammeln und im Koffer nach Deutschland bringen zu können, der irrt. Die rechtlichen Bedingungen sind in vielen Ländern zuletzt für Sammler immer schwieriger geworden. Aus Sri Lanka beispielsweise dürfe gar nichts mehr ausgeführt werden, sagt Geweiler. In Kenia ist es ähnlich. "Ohne Papiere geht gar nichts", sagt auch Karl Martini. Er sammelt seit mehr als 30 Jahren Hirschkäfer. Zu einer Zeit, als alles noch einfacher war, fand er sein Glück auf Sulawesi. Das ist eine indonesische Insel zwischen Borneo und Neuguinea. Martini hat sein Glück aufgespießt, genauer gesagt vier Hirschkäfer, deren Arten er entdeckt hat. Als Entdecker hat er ihnen auch Namen geben dürfen und so heißen heute vier Hirschkäfer nach Martinis Familie, also Ursula wie seine Frau oder Alexandra, die Tochter. Bei den Entomologen bleibt eben alles in der Familie.