Ingolstadt: Festessen im Krankenhaus
Es ist angerichtet, die Köche stehen Spalier: Alles muss passen, wenn das Klinikum zum Neujahrsempfang lädt. Rund 630 Gäste wurden gestern im Kasino bewirtet. Von Kantinenessen kann an diesem Tag freilich keine Rede sein - Foto: Strisch
Ingolstadt
Chefärzte, Kommunalpolitiker, die Chefs der Krankenkassen, aber auch Vertreter der Kirchen, von Universität und Fachhochschule lassen sich beim Neujahrsempfang des größten Krankenhauses der Region mit Speisen und Getränken verwöhnen. Die Veranstaltung wird jedes Jahr größer – und immer mehr zum gesellschaftlichen Ereignis. Der Hummer, der auf einer der Platten am Buffet ins Auge sticht, ist aus Plastik und reine Dekoration, was Klinikum-Geschäftsführer Heribert Fastenmeier gerne extra betont. Doch auch die anderen Köstlichkeiten, die Küchenchef Walter Zieglmeier mit etwa 20 Köchen und den Azubis angefertigt haben, sind deutlich exklusiver als normales Krankenhausessen: Kalbsbraten, Garnelen und Scampi, Schweinelendchen, Kaninchen oder Wachtelflügel stehen zur Wahl. Dazu Fischterrine, verschiedene Salate und ein opulentes kaltes Buffet, ein Nachspeisen-, ein Obst- und ein Eisbuffet – hungrig verlässt diesen Empfang niemand. Dabei heißt die „Kernbotschaft des Jahres 2011“, die Geschäftsführer Heribert Fastenmeier zuvor in seiner Rede nennt, „Sparen, Sparen, Konkurrenz.“ Fastenmeier spricht von „systematischem Misstrauen“ der Kostenträger und spannt in seiner gut halbstündigen Rede einen Bogen von der Eurokrise über EHEC bis zum anstehenden 30-jährigen Bestehen und der Generalsanierung des Klinikums. Die gute Nachricht verkündete er gleich zu Beginn seiner Rede: Bei den Tarifverhandlungen gebe es einen Hoffnungsschimmer (siehe Kasten). Im Klinikum schreite die Spezialisierung und Zentrenbildung weiter voran, man will sich auf „Fälle mit höherem Schweregrad“ konzentrieren. Gute Kräfte am Arbeitsmarkt seien immer schwerer zu bekommen. Das Klinikum tue viel, um Anreize zu schaffen.