Lösel will bei der Sanierung, die von 2019 bis 2021 laufen soll, "die Geschichte des Gebäudes sichtbar machen". Neben der Universitätsgeschichte und der Nutzung als Brauerei soll auch auf den Buchdruck in Ingolstadt eingegangen werden. Die aufgelassene Kapelle St. Peter und Paul wird zu einem städtischen Veranstaltungssaal umgebaut. Im Haupttrakt ist ein Ethik-Institut der Uni Eichstätt-Ingolstadt geplant, während die Fasshalle als Gastronomie dienen soll.

Eine grobe Kostenschätzung für alles ergab - wie berichtet - rund 12 Millionen Euro. Derzeit geht man davon aus, dass die Mittel (zu etwa je einem Drittel) durch künftige Mieteinnahmen, Zuschüsse und die Stadt finanziert werden. Neu ist, dass die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft zwei ihrer Gebäude in der Goldknopfgasse, die unmittelbar ans Georgianum angrenzen, für Bürozwecke in die Pläne einbezieht. Die Junge Union in Ingolstadt vermisst einen besonderen Fokus: "Ein historischer und touristischer Markenkern unserer Stadt wird in den bisherigen Planungen jedoch zu wenig gewürdigt: Die Brauereigeschichte und insbesondere das Bayerische Reinheitsgebot von 1516", schreibt Kreisvorsitzender und Stadtrat Markus Meyer. In Deutschland gebe es zwar einige Bierstädte, aber keine "Stadt des reinen Bieres". Das könne laut Meyer nur Ingolstadt als Ursprungsort des Reinheitsgebotes sein. "Dieses Aushängeschild unserer Stadt muss eine feste Anlaufstelle im Georgianum haben: ein "Haus des reinen Bieres", betont der JU-Vorsitzende. "Das Reinheitsgebot nur über den Bierbrunnen und die Gastronomie in der Fasshalle vermitteln zu wollen, das wäre zu wenig!"

Die Landesausstellung 2016 im niederbayerischen Aldersbach zum Jubiläum des Reinheitsgebots habe mit einem Besucherrekord die Popularität wie auch Möglichkeiten zur qualitativ hochwertigen Präsentation des Themas eindrucksvoll bewiesen. Die Feste zum Reinen Bier in Ingolstadt strotzten laut Meyer ebenfalls vor Besuchern, nicht nur im Jubiläumsjahr. "Die Menschen in Ingolstadt dürsten nach einer regelmäßigen und dauerhaften Verankerung des Themas - im wahrsten Sinne", so der Stadtrat. "Wenn - wie vor zwei Wochen - bei mäßigem Wetter Hunderte das Fest auf dem Hohe-Schul-Platz am Georgianum besuchen, ist das eine klare Aufforderung an die Stadt, das Thema dort dauerhaft zu verankern und zu verorten! Es wäre ein großes Versäumnis, wenn Ingolstadt das Alleinstellungsmerkmal nicht ausgestalten würde." Die Junge Union fordert daher, im Raumkonzept für das Georgianum Platz für eine angemessene Darstellung des Reinheitsgebotes einzuplanen.