Roth: Spargel und Franken locken die Massen
Foto: Tobias Tschapka
Roth

"Blauer Himmel, Sonnenschein, in Roth da ist jetzt Spargeltime!" Das hätte der Landfrauenchor bei der Eröffnung des 19. Rother Spargelfests auf dem Marktplatz singen können. Hat er aber nicht, obwohl wieder herrlichstes Frühlingswetter herrschte. Stattdessen sang er unter anderem "Der Winter ist vorüber", und "Im Frühling", und das konnte sich an diesem schönen Tag ebenfalls hören lassen.

Neben dem Landfrauenchor, der unter der Leitung von Heidi Steiner dem Frühling und der damit verbundenen Spargelzeit ein Ständchen sang, gab es außerdem auch noch musikalische Darbietungen von den Jagdhornbläsern Roth/Schwabach, dem Wiedereinsteigerorchester des Rother Stadtorchesters sowie vom Musikus Rainer Sponseil und dem BierFrankenTrio. Außerdem zeigten der Wander- und Heimatverein Bernlohe und die Kinder der Rother Tagesstätte "Am Stadtpark" ihre Tänze.

Landrat Herbert Eckstein und Bürgermeister Ralph Edelhäußer hatten viel zu tun, alle Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft zu begrüßten, ehe sie noch ein paar Zahlen und Fakten zum Thema Spargel präsentierten. So würden im Landkreis insgesamt 53 Betriebe in 15 Gemeinden auf fast 84 Hektar Spargel anbauen. Genaueres hätte sicherlich die Spargelprinzessin Theresa Miederer aus Liebenstadt berichten können, doch leider befand sie sich ausgerechnet zum Rother Spargelfest im Krankenstand, ebenso wie ein Pferd der Waldprinzessin Manja Rohm, die deswegen ihre Teilnahme ebenfalls absagen musste.

Dafür war Angelika Bachinger da, die Spargelprinzessin aus den Jahren 2015/16, die dann gleich mit Ingrid Bär vom Amt für Ernährung und Landwirtschaft und der Ernährungsberaterin Ute Mahl in die Jury für den nun folgenden Promi-Spargelschälwettbewerb berufen wurde. Im vergangenen Jahr gewann diesen der Stadtrat und TSG-Roth-Vorsitzende Andreas Buckreus. Würde auch heuer ein Mann triumphieren? Das fragten sich Eckstein und Edelhäußer, die den Wettkampf gewohnt launig moderierten.

Drei männliche Wettstreiter trafen heuer auf zwei Frauen in der Spargelschälarena. Neben Carsten Krauß, Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank Roth-Schwabach, dem Büchenbacher Bürgermeister Helmut Bauz und Bezirksrat Robert Gattenlöhner kämpften auch die Präsidentin des Rother Rotary Clubs, Steffi Schmauser-Jenal, und Monika Schmidt vom Hotel- und Gaststättenverband Hoga um die beste Zeit und den am saubersten geschälten Spargel. Wer Schalenreste zurücklässt oder seine Stange gar abbricht, der wird mit einem Zeitaufschlag bestraft. Am Ende hatte Bezirksrat Robert Gattenlöhner von der Frankenpartei die Nase vorn und darf sich fortan nicht nur Franken-, sondern auch Spargelschälkönig nennen. Auf Platz zwei landete Monika Schmidt, dicht gefolgt von Helmut Bauz.

"Als Hauptpreis veranstalten wir für den Gewinner gleich im Anschluss ein großes Frankenfest hier auf dem Marktplatz", sagte Bürgermeister Edelhäußer dem strahlenden Gewinner. Zugegeben, dieses Fest hätte auch ohne den Sieg des Vorsitzenden der Frankenpartei stattgefunden, denn die Premiere des Frankenfests steht schon länger im Veranstaltungskalender der Stadt. Aber bevor die Franken den Marktplatz übernahmen, drehte sich der ganze Nachmittag noch um das "weiße Gold".

Allerdings war es fast ein fliegenden Wechsel, denn das Spargelfest dauerte erstmals den ganzen Nachmittag bis um 17 Uhr - bereits eine Stunde später ging es mit dem Fränkischen Abend weiter. In dieser Zeit ist niemand davongelaufen, im Gegenteil: Die Veranstalter mussten noch weitere Biertische und Bratwürste organisieren, weil der Ansturm der Besucher einfach nicht abreißen wollte. Als dann Bürgermeister Edelhäußer die vielen Gäste begrüßte und die beiden Künstler des Frankenabends ankündigte (alles im breitesten Fränkisch), waren alle Plätze belegt. Den Anfang machte der "fränggische Enderdäner" Jürgen Leuchauer, der nicht nur humoristische Lieder rund um das Frankendasein präsentierte, sondern bei seinen Kabaretteinlagen auch ebenso lustige Geschichten, Anekdoten, Zitaten und Begebenheiten. Über eine Stunde entführte er die Besucher in die tiefen Abgründe der fränkischen Mundart, und wer kein Franke war, der dürfte wenig bis gar nichts verstanden haben.

Ähnlich verhielt es sich mit den Texten des fränkischen Bardentrios Gwerch, das im Anschluss auf der Bühne spielte. Gwerch besteht aus Bernhard Nagl, Bernhard Regler und Klaus Regler. Und bei diesem Trio ist der Name auch Programm, denn wie könnte man auf gut fränkisch ihre selbst geschriebenen, mal einfühlsamen, mal zünftigen Lieder besser beschreiben, die sie bis in die Nacht zum Besten gaben, als mit diesen Wort? Das alles ließ sich beim Frankenfest am besten mit Speis und Trank genießen - allen voran natürlich: mit Spargel.