Hilpoltstein: Der Bauernhof kommt auf den Hund
Der neue Star am Erlebnisbauernhof: Landseer-Hündin Mira wird von Edeltraud Hanisch und vielen Gästen am Auhof begrüßt - Foto: Tschapka
Hilpoltstein
Ein solcher Hund ist eigentlich ein Muss für einen Bauernhof, davon zeigte sich Erlebnisbäuerin Edeltraud Hanisch am Dienstag ebenso überzeugt wie die vielen Gäste bei der offiziellen Übergabe von Mira, die in Zukunft als Therapiehund für Menschen mit Behinderung eingesetzt werden soll.

Die erst vier Monate alte Landseer-Hündin Mira erträgt den Rummel um sie mit großer Gelassenheit. Gerne lässt sie sich von vielen Händen tätscheln und hinter den Ohren kraulen. Dabei knabbert sie entspannt an den Schuhbändern oder was ihr sonst so vor die Schnauze kommt.

Dass der Erlebnisbauernhof nun endlich auf den Hund kommt, hat er kurioserweise einem Radweg zu verdanken. Im Mai des vergangenen Jahres feierte die Bevölkerung von Ober- und Untermässing die Einweihung des neu angelegten und die beiden Dörfer verbindenden Radweges mit einem großen Fest. Von der Feuerwehr über die beiden Sportvereine bis hin zu vielen weiteren freiwilligen Helfern legten sich alle ins Zeug, um die vielen Gäste satt zu bekommen, Dabei blieb viel Geld in der Kasse übrig, und schon damals versprachen die Organisatoren, vom Erlös dem Erlebnisbauernhof einen Therapiehund zu finanzieren.

Fast 700 Euro kamen so zusammen und Landrat Herbert Eckstein legte den Rest noch drauf, damit nun endlich von einem Augsburger Züchter die reinrassige Mira gekauft werden konnte. Rund 1200 Euro kostet das Prachtexemplar – eine lohnende Investition, um das Angebot des Erlebnisbauernhofs um eine weitere vierbeinige Attraktion zu ergänzen. Dabei wurde bewusst ein Landseer-Hund gewählt, die für ihre Gutmütigkeit und Menschenfreundlichkeit bekannt und beliebt sind, gerade auch bei kinderreichen Familien.

Ihren Namen verdankt die Rasse dem englischen Maler Edward Landseer, der sich im 19. Jahrhundert bevorzugt der Landschafts- und Tiermalerei widmete. Ein immer wiederkehrendes Motiv war dabei eine schwarz-weiße Variante der Hundrasse Neufundländer, die seitdem seinen Namen trägt. Aber nicht nur schön anzuschauen sind die Landseer, sondern auch optimal für die Ausbildung zum Therapiehund geeignet. „Durch ihr ausgeglichenes und sanftmütiges Wesen bringt sie so schnell nichts aus der Ruhe“, meint das neue Frauchen von Mira, Edeltraud Hanisch. Bei ihr und ihrem Mann Bernhard Hanisch, dem Leiter des Erlebnisbauernhofs, wird der Hund wohnen.

Mit dem Bordercollie Sina, der ebenfalls zur Familie Hanisch gehört, habe sich Mira bereits angefreundet. Zunächst soll Mira die normale Hundeschule besuchen, anschließend professionell für ihre therapeutischen Aufgaben auf dem Bauernhof ausgebildet werden. „Die meisten Auhofbewohner reagieren sehr positiv auf Tiere, und diese wiederum haben normalerweise keinerlei Scheu vor Menschen mit Behinderung“, so Hanisch. Das gelte natürlich auch für die anderen Tiere auf den Bauernhof, doch ist der Umgang mit einem gutmütigen Hund viel unkomplizierter als zum Beispiel mit einem Pferd.

„Unsere Bewohner können jederzeit vorbeikommen, um Mira zu streicheln oder mit ihr spazieren zu gehen“, blickt Hanisch in die Zukunft. Außerdem seien Landseer-Hunde bekannt dafür, dass sie auch dann nichts aus der Ruhe bringt, wenn sie von vielen Menschen auf einmal und von allen Seiten geknuddelt werden. Das könne bei Menschen mit Behinderung schon mal vorkommen, sagt Hanisch und krault dabei Mira das noch flauschige Welpenfell. Das wird der zukünftige Therapiehund aber schon bald abwerfen – und vor allem noch ordentlich wachsen. Wenn Mira ausgewachsen ist, wird sie ungefähr die Größe eines Bernhardiners erreichen und bis zu 60 Kilogramm auf die Waage bringen.

Schon bei der Übergabe wurde deutlich, dass sich Mira auf dem Erlebnisbauernhof sehr wohl zu fühlen scheint. Langweilig wird es mit ihr bestimmt nicht, so hat sie zum Beispiel schon vergnügt Blumenzwiebel ausgegraben und den beiden Hofkatzen ihr Futter weggefressen. Kein Wunder, dass die Katzen die einzigen Bauernhofbewohner sind, die dem Neuling noch misstrauisch gegenüber stehen, aber auch das wird sich wohl schnell ändern.