: Milchbauern besuchen den Papst
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Hilpoltstein/Rom

Milchbauern aus ganz Europa - von Frankreich bis Litauen - machten sich auf den Weg nach Rom, um den Segen für sich, ihre Familien und ihren Berufsstand einzuholen. Die Milchbauern des Bundesverbandes Deutscher Milcherzeuger (BDM) wurden bei der Papstaudienz neben dem Bundes- und Europavorsitzenden, Romuald Schaber unter anderem auch von Gilch und Pfaller vertreten, immerhin ist Gilch nicht nur der Rother Kreisvorsitzende, sondern auch bayerischer Landeschef, Pfaller steht dem Bundesbeirat vor.

In Papst Franziskus hätten sie einen Mitstreiter, sagen die Milchbauern. Der Papst hat das bestehende Wirtschaftssystem immer wieder als ungerecht bezeichnet und den Neoliberalismus scharf kritisiert. Derlei Tendenzen gebe es auch auf dem Milchmarkt. Aktuell zerstöre die EU-Politik mit ihrer Überproduktion und Exportorientierung bäuerliche Milchbetriebe in Europa und in Entwicklungsländern, so der Vorwurf des BDM. Europäische Konzerne seien dabei, sich Zutritt zu den lokalen Milchmärkten der Entwicklungsländer zu verschaffen und verdrängten über kurz oder lang die lokale Milchproduktion. Das führe zu Armut - ein Thema, das auch dem Papst am Herzen liegt.

"Der Papst spricht uns Milchbauern aus dem Herzen", resümierte der Kreisvorsitzender Manfred Gilch. "Bescheidenheit, Nachhaltigkeit und Respekt vor dem, was die Natur dem Menschen gibt, sind Tugenden, die wir leben. Der Segen von Papst Franziskus bedeutet uns sehr viel und hat uns in unserer Aufgabe bestärkt."

Johannes Pfaller zeigte sich sehr beeindruckt vom Gespräch mit dem Oberhaupt der Katholischen Kirche: "Papst Franziskus setzt sich entschlossen gegen Missstände ein. Genauso unbequem und kämpferisch müssen wir weitermachen." Die Erzeuger brauchten bessere Rahmenbedingungen für den Milchmarkt, "damit wir und unsere Familien eine Zukunft haben und eine nachhaltige Landwirtschaft möglich wird". Die Milchviehhalter in Europa befinden sich derzeit in einer extrem schwierigen Situation. "Die Erzeugerpreise sind in Europa aufgrund einer politisch gewollten Überproduktion um 30 bis 40 Prozent gefallen", sagt Pfaller. Sie lägen in vielen Ländern nur noch um die 25 Cent pro Liter Milch. Dem stünden Produktionskosten von mehr als 45 Cent gegenüber. "Die Missstände, die auf dem Milchmarkt herrschen, werden von den zuständigen Politikern weitestgehend ignoriert", klagt der Haager.