Nachdem das Notdach und das Gerüst abgebaut sind, kann sich jeder von der Qualität der Außenrenovierung überzeugen. Durch die Struktur des Putzes an der Altmühlseite können drei wesentliche Bauphasen nachvollzogen werden: des 12., des 13. und des 16. Jahrhunderts. - Foto: Eder
"So etwas Intensives hatten wir selten", begann Häffner seine Ausführungen über die Sanierung der Burg. Man könne nicht einmal sagen, dass es "fünf vor zwölf" war, als die Arbeiten begonnen haben. "Im Nachhinein hatte es bereits zwölf Uhr geschlagen." Der Zustand des Tragwerks habe sich als außerordentlich schlecht heraus gestellt. Bei der Untersuchung habe man sich nur auf den Augenschein verlassen können; viele Bereiche seien auch nicht zugänglich gewesen, erklärte der Architekt.

Im Kern morsch

Später habe sich gezeigt, dass viele Hölzer im Kern morsch waren. Das ziehe Mehrkosten nach sich und machte eine Nachfinanzierung nötig. Die Kostenmehrung liege fast ausschließlich im Bereich des Tragwerks begründet. Der schwierigste Teil liege nun hinter ihnen, sagte Häffner. Die Fachbehörden hätten die bisherige Sanierung als "sehr gut" bezeichnet. Nun gehe es um den Innenausbau, wobei die Arbeiten momentan ins Stocken geraten seien, was aber nach diesem Bauabschnitt klar gewesen sei.

Vorangetrieben würden derzeit die Planungen für Elektro, Heizung und Sanitär sowie die Detailplanung für die Ausstellung. Um weitere Fördergelder aufzutun, habe es bereits intensive Gespräche sowohl auf Verwaltungs- als auch auf politischer Ebene gegeben, berichtete Häffner. Das Landesamt für Denkmalpflege habe volle Unterstützung signalisiert. Zusätzlich sei bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ein Antrag über 100 000 Euro eingereicht worden. Auch hier sei die erste – mündliche – Reaktion positiv gewesen. Außerdem gebe es weitere Initiativen, deuteten Bürgermeister Hans Harrer und Häffner an.

Schriftliche Zusagen allerdings liegen noch nicht auf dem Tisch, und dieser Umstand bereitete mehreren Gemeinderäten Kopfschmerzen. Nach intensiven Diskussionen über die Höhe der offenen Rechnungen und buchungstechnische Details richtete sich das Augenmerk auf eine Finanzierungslücke von 200 000 Euro. Für diese Summe sind bereits Aufträge erteilt worden, doch eine Deckung dafür gibt es nicht. So fragten Anton Risch und Werner Schneider nach, wie das haushaltstechnisch bewältigt werden könne. In zwei Wochen will der Gemeinderat den Haushalt 2009 verabschieden. Die Kostenmehrung an sich sei ihm durchaus plausibel, machte Schneider deutlich, aber wie wolle die Verwaltung mit dieser Situation umgehen?

Wie es sich herausstellte – Risch hatte im Landratsamt nachgehakt – müssen Aufträge, die 2009 erteilt wurden, auch im Haushalt des Jahres 2009 berücksichtigt werden. Dazu gibt es anscheinend zwei Möglichkeiten: die Rücklagen angreifen oder einen Kredit aufnehmen. Bürgermeister Hans Harrer brachte eine dritte Möglichkeit ins Spiel: Gegebenenfalls einen Nachtragshaushalt aufstellen. Das sei das Ergebnis eines Gespräches gewesen, das er im Landratsamt geführt habe.

Heuer noch nicht fällig

Überdies werde ein Großteil der erwähnten Aufträge heuer nicht fällig, weil sie, etwa die Elektroinstallation, an die geplante Ausstellung gebunden sind, versicherte Häffner. Außerdem sei er sicher, die erwähnten Zuschüsse zu bekommen. Der Architekt wies darauf hin, dass der zehnprozentige Eigenanteil der Gemeinde eine "Traumfinanzierung" darstelle.

Gleichwohl gab es weiter Kritik an der Verwaltung. Sie hätte die Kostensteigerung erkennen und dem Gemeinderat mitteilen müssen, sagte Risch. Xaver Kleinhans monierte, dass die ursprünglichen Zusagen, nicht nur bezüglich der Kosten, sondern auch des Bauzeitenplanes nicht eingehalten wurden. "Nun sind wir in einer Situation, wo wir nie wieder Nein sagen können." Was zähle, sei das, "was da drüben steht", entgegnete Häffner, für den die Burg ein einmaliges Objekt darstellt. Am Ende gab es Applaus von den Zuhörerrängen, darunter auch von Karl Maderthaner, selbst langjähriges Mitglied des Gemeinderats und Befürworter des Projekts.