Eichstätt: "Wir sind im grünen Bereich"
 
Eichstätt
Dabei zeigte sich eindrucksvoll die Stärke der Montessorischule. Bei dieser Feier reihte sich nicht eine wohlgesetzte Festrede an die nächste, ein Grußwort an das andere, während Kinder wie Erwachsene ungeduldig mit den Füßen scharren. Vielmehr standen die Kinder im Mittelpunkt und breiteten ein buntes und lustiges Programm aus. Die Schüler selbst hätten es erarbeitet, betonte Schulleiterin Sabine Heiß. Auf dem Platz vor der Schule wurde rasch ein kleiner Maibaum errichtet, und schon ging es los. „Ein Richtfest hat man leider nur dies eine Mal“, intonierte eine Gruppe und machte unmissverständlich klar, um was es geht. Natürlich fehlte nicht der humorvoll gehaltene Richtspruch. Danach regneten Bonbons auf die Menge herab. Sogar eine spontane Einlage gab es: Als der neue OB Andreas Steppberger erschien, sangen die Kinder „Viel Glück und viel Segen auf all deinen Wegen.“

Die Montessorischüler, die momentan in der Mörnsheimer Grundschule untergebracht sind, fiebern dem Augenblick entgegen, an dem sie den Fuß in ihre eigene Schule setzen können. Den langen Weg von der Einrichtung eines Montessorikindergartens bis zum Schulgebäude zeichneten sie nach. „Schön zu sehen, wie schnell der Bau voranschreitet“, lobten die Kinder. „Hoffentlich können wir schon nächstes Schuljahr einziehen.“

Fotostrecke: Richtfest Montessori-Schule Eichstätt

Es sieht ganz danach aus. „Von der Zeit her sind wir im grünen Bereich“, bestätigte Andrea Weeß, die Geschäftsführerin des Vereins für integrative Erziehung, dem Trägerverein der Montessorischule. Der erste Bauabschnitt, der gerade realisiert wird, umfasst fünf Klassenzimmer, Musik-, IT- und Hauswirtschaftsräume, Mehrzweckraum, Verwaltungsgebäude und Pausenhalle. Die Kosten – ohne Grundstück – betragen hier 2,5 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist zum 31. Juli geplant, der Umzug von Mörnsheim aufs Seidlkreuz an die Kardinal-Schröffer-Straße soll in den Sommerferien erfolgen. Wenn es nach dem Verein für integrative Erziehung geht, schließt sich der zweite Bauabschnitt nahtlos an. Die Schülerzahlen steigen rasanter an als gedacht. Derzeit besuchen 86 Buben und Mädchen die Grund- und Hauptschule; ab September werden es 120 bis 125 sein. Ein M-Zug ist bereits genehmigt. Eigentlich sei ab dem nächsten Schuljahr eine zusätzliche Klasse geplant gewesen, berichtet Vereinsvorsitzende Maria Lechner. Nun werde es eine weitere zusätzliche Grundschulklasse geben, ein Jahr früher als geplant. Deshalb werde der Verein noch im Sommer den zweiten Bauabschnitt beantragen.

„Eine Schule in zwei Teilen“ intonierten derweil die Schüler nach der Lummerland-Melodie. Der zweite Bauabschnitt wird im Norden des Areals an der Kardinal-Schröffer-Straße realisiert. Damit entsteht ein „Hufeisen“. Dieser Bau wird zweigeschossig ausgeführt. Zwar stehe noch nicht genau fest, wann, räumt Lechner ein. „Aber die Regierung weiß, dass wir jetzt schon jeden Raum belegt haben.“ Auch die Baufirma würde sich freuen, wenn sie nahtlos weitermachen könnte. Zudem sei eine Gestaltung der Außenarbeiten erst sinnvoll, wenn die gesamte Schule fertig sei.

Und danach? Zeit zum Durchschnaufen? Nicht unbedingt. Vor den geistigen Augen von Maria Lechner, Andrea Weeß und ihren Mitstreiterinnen taucht eine Turnhalle auf. Aber das ist Zukunftsmusik, wenn auch schon nach Unterstützern und Darlehensgebern Ausschau gehalten wird, wie übrigens auch für den zweiten Bauabschnitt.