Ingo Sparenberg
Zuletzt trat Ingo Sparenberg am 13. Mai in Magdeburg zum Halbmarathon an. In Ingolstadt nimmt der Mukoviszidose-Patient zum ersten Mal an einem Triathlon teil.
pivat
Sein letzter sportlicher Großkampf liegt noch keinen Monat zurück. Ingo Sparenberg war am 13. Mai in Magdeburg zum Halbmarathon angetreten – und hat ihn mit zwei Stunden und einer Minute geschafft. Ob er am Sonntag den Triathlon durchsteht, ist noch offen. Im vergangenen Jahr hatte Sparenberg sich eine Lungenfunktion von rund 80 Prozent erarbeitet. Heute sieht es anders aus: „Meine Lungenfunktion liegt derzeit bei etwa 54 Prozent“, erzählt der gebürtig aus Sachsen-Anhalt kommt und seit über einem Jahrzehnt in Zell a. d. Speck wohnt.

Mukoviszidose stellt viele Menschen eigentlich vor das Problem, dass ihr Körper durch die Krankheit geschwächt ist. „Die Krankheit ist einfach die große Unbekannte“, sagt Sparenberg. „Es kann sein, dass ich den Triathlon schaffe, kann aber auch sein, dass ich nach zehn Meter Schwimmen aufgeben muss.“

Die Begeisterung für den Sport habe bei ihm eingesetzt, als er mit einer Lungenfunktion von 43 Prozent zu kämpfen hatte. Er hatte Mühe, eine normale Treppe zu bewältigen. Sparenberg begann, unter Assistenz seines Arztes–„einer der wenigen Menschen, auf die ich wirklich höre“ – seine Therapie weiter auszudehnen und intensiv Sport zu betreiben.

Daraus ist nun die Bilanz dreier Halbmarathons und eines Marathons geworden, die er allesamt erfolgreich beendet hat – und immer war er der einzige an Cystischer Fibrose (CF), so die medizinische, englische Bezeichnung von Mukoviszidose, erkrankte Teilnehmer.

Und auch beim Marathon in Ingolstadt wird er wieder der einzige CF’ler sein. Mit dem Triathlon – 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und zehn Kilometer Laufen – hat sich Sparenberg ein hehres Ziel gesetzt. „Gerade mit CF wird die erste Disziplin nicht einfach“, weiß er.

Allein 1800 Bahnen ist Sparenberg in der Vorbereitung auf dieses Wochenende geschwommen. „Schwimmen erfordert viel Kraft und Luft, die eingeteilt werden muss, sodass man danach noch zwei weitere Disziplinen schaffen kann.“ Aber er will es probieren. „Nach solch harten Trainingsphasen darf das aber eigentlich nicht umsonst gewesen sein.“ Da gehe es nicht mehr ums „Dabeisein“, sondern viel mehr ums „Schaffen“.

Dass er dabei Unterstützung hat, weiß Sparenberg: „Meine Frau Regina, die selbst Mukoviszidose-Patientin ist, steht voll hinter mir, obwohl es ihr noch um einiges schlechter geht als mir.“ Auch aus näherem und weiterem Umfeld bekommt Sparenberg durchwegs positives Feedback – immer wieder auch von anderenan CF Erkrankten. „Du hast bewiesen, dass es geht, sagte mir unlängst ein anderer CF’ler“, erzählt Sparenberg.

Auch Eltern kämen immer wieder auf ihn zu und bäten ihn, ihren an Mukoviszidose erkrankten Kindern Mut zu machen. Zudem will Ingo Sparenberg Kindern durch seine sportlichen Aktivitäten helfen. Er sammelt Spenden für den Verein Herzenswünsche, der schwerkranken Kindern ihre Wünsche erfüllt. „Was das für ein Kind bedeutet, weiß ich gut, konnte ich doch mit der Hilfe dieses Vereins vor rund 14 Jahren Phil Collins treffen.“ Sparenberg hat ein Dutzend Firmen gewonnen, die ihm materiell und finanziell in der Vorbereitung und Durchführung des Triathlons unter die Arme greifen. Außerdem informiert er an diesem Samstag von 10 bis 18 Uhr bei der Sportmesse am Ingolstädter Baggersee beim Fischerheim mit einem eigenen Stand die Menschen über sein Projekt „in-go-go-go“ und seine Krankheit. Unter www.in-go-go-go.de ist zudem Sparenbergs Homepage online.