Eichstätt: "It €™s wonderful"
Foto: Franz Bauer
Eichstätt

"Mit Schwung ins neue Jahr & britischem Humor" war das Motto des diesjährigen Benefizkonzerts. Der Beginn des Konzerts verzögerte sich am Freitagabend witterungsbedingt leicht. Leitender Polizeidirektor Hubert Müller von der Bereitschaftspolizei Eichstätt hieß die Besucher mit herzlichem Humor willkommen. In Anlehnung an den Wiener Schmäh begrüßte er "Mit Küss die Hand, gnädige Frau" die stellvertretende Landrätin Rita Böhm und die Landtagsabgeordnete Tanja Schorer-Dremel und mit "Meine Verehrung, Herr Hofrat" den Schirmherrn, Eichstätts Oberbürgermeister Andreas Steppberger mit seiner Gattin Kathrin.

Mit ihrem Konzert brächten das Orchester und die Polizei zwei Botschaften, so Müller: zum einen die Verbundenheit mit all den Polizistinnen und Polizisten im Lande und damit die Wertschätzung für deren, gerade in diesen Tagen schwierige und kraftraubende Dienstverrichtung. Ohne den Rückhalt in der Bevölkerung wäre diese bürgernahe Polizeiarbeit nicht möglich. Zum anderen leisteten die Besucher mit den Eintrittsgeldern einen wesentlichen Beitrag zur Durchführung der Eichstätter Kulturtage 2016.

Die Programminhalte wechselten zwischen Stücken der traditionellen Wiener Neujahrskonzerte und Ausflügen nach Großbritannien zu Werken, die den britischen Humor gekonnt widerspiegelten. Die musikalische Achse von Wien nach London verlief an diesem Abend über Eichstätt als Zentrum. Und so brachte das Orchester unter dem Dirigat von Professor Johann Mösenbichler österreichische und britische Musik in die Stadt an der Altmühl.

Los ging es majestätisch mit der Fanfare "God save the Queen". Nach Aufforderung durch den Dirigenten sang das Publikum kräftig mit. Es war quasi ein vorgezogenes Geburtstagsgedenken für die Königin Elisabeth, die im April 90 wird. Von London zurück nach Österreich erklang die Ouvertüre zur Kult-Operette "Die Fledermaus" von Johann Strauß. "Mars" aus der Suite "Die Planeten" stammt aus der Feder des britischen Komponisten Gustav Holst. Bei dieser Komposition beeindruckte die Dynamik besonders. Wieder ging es nach Wien zu Johann Strauß, dem Walzerkönig, mit "Wein, Weib und Gesang". Strauß, so verkündete Moderator und Saxophonist Peter Seuvert, soll einmal gesagt haben: "Beim Gesang komme es ganz darauf an, wer singt. Bei Wein und Weib komme es auf den Jahrgang an." Die Lach-Arie "Mein Herr Marquis und die Arie "Im Feuersturm der Reben" wurden von der exzellenten Sängerin Kerstin Eder vorgetragen. Dazwischen erklang die beliebte "Annen Polka".

Mit "Pomp and Circumstance Nr 1" begrüßte das Orchester das Publikum nach der Pause. Es folgte schließlich das Medley "Vom Wiener Neujahrskonzert zur Night of the Proms". Witzig und unterhaltsam erwies sich hier der "Kampf" zwischen dem Dirigenten und der Sängerin mit der österreichischen und britischen Fahne. Bei der Zugabe durfte natürlich der Radetzkymarsch nicht fehlen.

Am Ende eines "wunderschönen Abends" bebte das Eichstätter Publikum und spendete dem Chefdirigenten Johann Mösenbichler, Mezzosopranistin Kerstin Eder und dem gesamten großartigen symphonischen Ensemble tosenden Applaus. Mit Leib und Seele, voller Dynamik und Temperament führte der Virtuose seine Musiker. Er dirigierte die Stücke auswendig. Überwältigend war auch Mezzosopranistin Kerstin Eder aus Wien. Sie tritt europaweit in Konzertsälen und Opernhäuser auf.

Schirmherr Andreas Steppberger konnte nur noch total begeistert Dank sagen: "Wir sind stolz auf das famose Orchester und auf die bayerische Polizei, die für unsere Sicherheit sorgt." Auch das Orchester bedankte sich - musikalisch, mit "It's wonderful".