Eichstätt: Geschlossenes Erscheinungsbild
 
Eichstätt
Ordnungsamtschef Karl Ziegelmeier ist zuversichtlich. „Die Dult war auf dem absteigenden Ast. Da brauchen wir nichts zu beschönigen“, räumt er ein. Im Kulturausschuss war intensiv über die Zukunft der Traditionsveranstaltung debattiert und einige Vorgaben beschlossen worden.

Heuer präsentiert sich die Dult, die heute zu Ende geht, in komprimierter Form auf dem Unteren Domplatz. Lücken zwischen den Ständen tun sich nun nicht mehr auf, die Zerfaserung hat damit ein Ende, und der Obere Domplatz steht jetzt für Autos offen. Neben dem geschlossenen Erscheinungsbild wurde Wert auf Qualität gelegt. „Wir haben lieber weniger Stände, dafür muss die Qualität passen“, sagt Ziegelmeier. Derzeit haben 16 Händler ihre Stände aufgebaut, früher einmal waren es 40 oder 50. Und einst erstreckte sich die Dult bis auf den Marktplatz, die Marktgasse und in die Pfahlstraße hinein. „Wir wollten nicht um jeden Preis viele Händler haben“, so der Ordnungsamtschef weiter. „Klein, aber fein“ laute das Motto.

Ziegelmeier scheint zufrieden: „Ein wichtiger Schritt aus unserer Sicht ist getan und er ist gelungen. Wir glauben, dass wir in diese Richtung weitermachen können. Und wir glauben, dem Kulturausschuss die Fortführung empfehlen zu können.“

Obwohl viele Fieranten zufrieden sind, teilen nicht alle Ziegelmeiers Enthusiasmus. „Ich weiß gar nicht, warum ich hier stehe“, klagt Ewald Laub, der Vorwerk-Zubehör im Angebot hat. „Wenig Leute, wenig los. Das ist man gar nicht gewohnt“, bilanziert er. Auch für Andrea Kaufmann von „Kaufmanns Märchenkarussell“ könnte die Sache besser laufen. Doch schiebt sie den Mangel an Kundschaft aufs Wetter. „Die letzten Tage war einfach schlechtes Wetter. Wenn’s Wetter passt, kommen die Leute.“ Deshalb strahlte sie am Dienstagvormittag, bei herrlichem Sonnenschein, auch Zuversicht aus. Für das neue Konzept kann sie sich durchaus erwärmen: „Die Idee ist nicht schlecht. Besser, als wenn alles in die Länge gezogen ist.“

Ein kurzes „Passt scho“ äußert Thomas Müller – Besen, Bürsten, Kurzwaren. „Für uns hat sich nichts geändert.“ Zwar habe er einen neuen Standort zugewiesen bekommen. „Die Leute haben mich gesucht und gefunden. Ob ich hier bin oder dort drüben, macht für mich keinen Unterschied.“ Müller ist seit Jahrzehnten auf der Walburgi-Dult vertreten und hat seine Stammkundschaft, auf die er sich verlassen kann.

Der Markt sei schön, findet Franz Frischeisen, der einen Schuhstand betreibt. „Weils nicht so auseinandergezogen ist.“ Und überhaupt: „Die Eichstätter sind nette Leut’.“

Auch unter den Besuchern scheint die Stimmung gespalten. „Hier ist ja nix los“, brummelt ein Ehepaar. Ein paar ältere Damen halten mit Erfolg Ausschau nach Knöpfen. „Hier weiß ich wenigstens, dass ich solche Sachen bekomme“, freut sich eine.

„Durch die Dult schauen, das mache ich gern. Mir gefällt so etwas“, schwärmt dagegen Rosi Rehm. Sie sucht eine Handtasche. Hier wird sie bestimmt fündig.