Allerdings nicht, wie ursprünglich angedacht, auf dem Gebiet der Windenergie. Auf der Homepage der vor einem Jahr aus der Taufe gehoben Genossenschaft drehen sich die Windräder bereits munter (www.neue-energie-dollnstein.de). In der Realität ist hier bislang gar nichts vorangegangen, wie auch auf der Hauptversammlung vor kurzem beklagt wurde. Die Schuld liege nicht bei der Genossenschaft, sondern die Bürokratie spiele ihnen da einen Streich, stellt Risch fest. Das angedachte Areal im Grenzgebiet der drei Orte Adelschlag, Wellheim und Dollnstein sei für die Planung von Windkraftanlagen noch nicht freigegeben. Erst müsse ein Gesamtkonzept für das gesamte Altmühltal vorliegen, heiße es vonseiten des Landratsamtes. „Vermutlich vor 2015 oder 2016 wird da keine Anlage stehen“, so Risch weiter. So lange könne und wolle die Neue Energie nicht warten. Auch anderweitige Gedankengänge scheiterten. So war vorgesehen, Privatdächer anzumieten, um dort Photovoltaikanlagen zu errichten und zu betreiben. Potenzielle Vermieter hätten sich das Angebot interessiert angehört – und seien selbst ins Photovoltaikgeschäft eingestiegen. „Das war ein indirekter Erfolg für uns“, kommentiert der Vorstandsvorsitzende diese Entwicklung.

Doch nun gibt es eine positive Nachricht. Die Neue Energie ist am Kauf eines Solarparks interessiert: Errichtet wurde die Anlage vor etwa vier Jahren. Die Modulfläche beträgt rund 16 000 Quadratmeter. Die Leistung beträgt rund 1,7 Megawatt Peak. Das reicht aus, um etwa 600 Haushalte für ein Jahr mit Strom zu versorgen. Wo genau sich der Park befindet, möchte Risch nicht verraten. Mit dem Anbieter sei Vertraulichkeit vereinbart.

Doch stünden die Verträge kurz vor dem Abschluss – wenn die Neue Energie das Geld aufbringen kann. Der Gesamtkaufpreis beträgt 5,6 Millionen Euro. 1,5 Millionen Euro muss die Genossenschaft als Eigenkapital aufbringen. Davon aber ist sie noch ein ganzes Stück entfernt.

Derzeit gebe es 54 Mitglieder, die rund 100 000 Euro gezeichnet haben, teilt Risch mit. Unverbindliche Zusagen gebe es für weitere 500 000 bis 600 000 Euro. Deshalb sei die Genossenschaft derzeit bestrebt, Gelder einzusammeln. Risch spricht von einem lukrativen und interessanten Invest. „Angestrebt wird eine jährliche Ausschüttung von 5,5 Prozent.“ Die genaue Höhe freilich müsse jedes Jahr von der Genossenschaftsversammlung beschlossen werden.

Der Solarpark dürfte nicht die letzte Aktivität von Neue Energie sein. „Wir sind auch an anderen Projekten dran, wenn auch in einem frühen Stadium“, bemerkt Risch.