Kinding: Fantastische Welt der Musicals
Aus dem Ruhrpott ins tiefste Bayern: Der Starlight Express machte in fantastischen Kostümen Halt bei den Fosanegln.
Kinding
Und dass alles gekommen war, was Rang und Namen in der Musicalbranche hat, konnte man bereits bei der Begrüßung durch Willi Götzenberger erkennen. Der Oberfosanegl hieß als erstes die Gruppe "Queen" der Garde willkommen. Anschließend folgten die Darsteller aus dem "Tanz der Vampire", "Mamma Mia" und "Sister Act" um nur einige zu nennen. Viel Krach mit ihrer Blechtrommel veranstaltete die "Blue man group" und die Gruppe um Alexander Heiderscheid hatte sogar die "Starlight Express-Lok" aus Bochum mitgebracht.

Danach machte sich der Tross auf, um die beiden Hauptdarsteller, die bis zu diesem Zeitpunkt ja noch geheim gehalten wurden, abzuholen. Die Guggenmusik aus Isny hatte mit ihrem fetzigen Sound und den vielen Lichteffekten nicht nur die Kindinger Fosanegl sofort auf ihrer Seite. Die Musik der Allgäuer wird bis in Bellgarde in Frankreich, Castiglione in Italien, sowie auf Guggentreffen in der Schweiz und bei großen "Fasnetsbällen" der Region gerne gehört. Aber auch bei internationalen Sportereignissen, wie der Bob-WM in Altenberg war die Guggenmusik aus Isny mehrfach vertreten.

Halbmaske übergezogen

Schnell wurde klar, wohin der Weg führte – zum Haus der Familie Reitzer. Ludwig Reitzer hatte sich die Halbmaske des "Phantoms der Oper" übergezogen und Michaela Reitzer schlüpfte in die Rolle der Christine. Anschließend ging es weiter zur zweiten Kindinger Wirtschaft, zum Tanzsaal.

"Ich freue mich, dass heute so viele gekommen sind, um die Nacht zum Tag zu machen", sagte Ludwig Reitzer. Danach gab es aus der Hand von Willi Götzenberger die begehrten Brezenorden. Über die extravaganten Auszeichnungen durften sich heuer freuen: Die beiden Hauptdarsteller Ludwig und Michaela Reitzer, Pfarrer Franz Meier, der selbst ernannte "Bischof" Josef Mosandl, die Bürgermeisterin Rita Böhm sowie die Aktiven der Fosanegl Rosa König, Carolina Mahler und Josef Fieger.

Gstanzl von Götzenberger

Ein Höhepunkt des Faschingsballs war natürlich das Gstanzl-Singen von Götzenberger. Auf humorvolle Art und Weise nahm er sich der Schandtaten der Kindinger an, ohne dabei ausfällig zu werden und unter die Gürtellinie zu gehen. "Beim Gasthof Krebs san heier zwoaraloa Fenster dekoriert gwen. Des oarne war adventlich und beim andern hod ma a Stripperin gsehn", lautete nur einer der insgesamt 77 vorgetragenen Vierzeiler.

Gegen Mitternacht durften sich die Faschingsfreunde noch über eine besondere Einlage freuen. Die Showtanzgruppe Kinding begeisterte nämlich die Besucher mit ihrem fantastischen Programm. Und so kam es, wie eben in jedem Jahr, dass erst in die frühen Morgenstunden die Stühle hochgestellt wurden.