Ingolstadt: Die Favoriten stapeln tief
Wittern ihre Aufstiegschance: Wie in der Vorsaison werden auch das ST Kraiberg mit Dalibor Peric (vorn) und der SV Buxheim mit Benedikt Schimmer wohl wieder ein Wort im Kampf um die vorderen Plätze in der Kreisklasse 1 Donau/Isar mitreden. ‹ŒArch - foto: Rimmelspacher
Ingolstadt

Der TSV Großmehring ist einer von zwei Absteigern in der Kreisklasse 1. Der vorjährige Kreisligist gilt zwar für viele Konkurrenten als Favorit im Kampf um den Aufstieg, die Großmehringer formulieren ihre Ziele selbst aber etwas verhaltener. "Wir denken von Spiel zu Spiel und geben den direkten Wiederaufstieg daher nicht als konkretes Ziel aus", erklärt Abteilungsleiter Christian Roßmann. Für die Mannschaft gehe es vorrangig darum, wieder "Spaß zu haben", nachdem am Ende der vergangenen Saison der Abstieg feststand.

Absteiger Nummer zwei kommt aus Kösching. Abteilungsleiter Dominik Schumann zeigt sich dabei durchaus zufrieden mit der Vorbereitung des TSV: "Die Trainingsbeteiligung war super, sodass wir unser Programm gut durchziehen konnten." Zwar seien die Ergebnisse der Testspiele wechselhaft gewesen, insgesamt stünde den Köschingern aber eine "super Truppe" zur Verfügung, sagt Schumann. Die Neuzugänge bringen frischen Wind in die Mannschaft. Acht Jugendspieler stießen zum Team von Trainer Francesco Cosentino. Trotz der guten Voraussetzungen vermeidet es auch der TSV Kösching, den Aufstieg als Vorgabe zu nennen. "Wichtig ist für uns erst einmal, vernünftig in die neue Saison zu starten. Wir wollen einen guten Part spielen."

"Die ersten Wochen der Vorbereitung liefen sehr gut", äußerte sich Trainer Torsten Holm zufrieden, der in der Folge aber mit typischen Problemen im Amateurfußball zu kämpfen hatte: "Die Urlaubszeit ist uns bei den Testspielen in der Quere gekommen, und vor allem bei den letzten zwei Partien hatten wir personelle Probleme." Ist die Mannschaft aus Kraiberg komplett, sei sie eine "schlagkräftige Truppe", die in dieser Saison den Aufstieg anpeile. Auch die Neuzugänge - unter anderem kamen Benjamin Anikin vom FC Tegernbach sowie Luan Dervisi und Flaur Bashota vom FC Gerolfing - konnten gut integriert werden. Auch der routinierte Manuel Mayer, in der Vorsaison beim SV Karlshuld und früher für den SV Manching in der Landesliga am Ball, stößt zum Team. Zwar sei die Mannschaft dennoch deutlich jünger als vergangene Saison, allerdings habe das Sportteam auch "an Qualität dazugewonnen", so Holm. Für den Trainer sei es in der Saison wichtig, in einen "positiven Lauf zu kommen", da die Liga in dieser Spielzeit "besonders ausgeglichen ist".

Der SV Kasing beendete die Vorbereitung mit einem guten Gefühl. "Wir haben mit Fabian Reichenberger einen super Trainer gefunden und konnten auch unsere Neuzugänge bestens in die Truppe einbauen", lobt Kasings Teambetreuer Stefan Geisberger. Nach zwei erfolgreichen Saisons will der SVK auch in der neuen Spielzeit wieder eine gute Rolle spielen und vorne angreifen. "Es ist entscheidend, wie wir in die Saison reinkommen", meint Geisberger. Dabei sei das Auftaktprogramm mit der etablierten SpVgg Wolfsbuch, dem Aufsteiger TV Ingolstadt und Absteiger TSV Großmehring "durchaus happig". Reichenberger, der vom TSV Etting zum SVK kam, testete in der Vorbereitung mehrere Systeme. Gelingt den Kasingern die Umstellung, darf die Mannschaft zu den ganz heißen Titelkandidaten gezählt werden.

"Unsere Vorbereitung war nicht schlecht", erklärt Marian Zolneczko, der neue Trainer des FC Gerolfing II. Der FCG verlor keines der vier Testspiele. "Da auch die Trainingsbedingungen in Gerolfing hervorragend sind, bin ich guter Dinge", so Zolneczko weiter. Dem erfahrenen Übungsleiter steht in der Saison 2017/2018 eine äußerst junge Mannschaft zur Verfügung. Sieben Spieler absolvierten den Sprung aus der U 19 des Vereins in die Kreisklasse. "Die Jungs können alle kicken, allerdings ist das kein Jugendfußball mehr. Die Anpassung wird Zeit kosten", blickt Marian Zolneczko voraus. Das Ziel der Gerolfinger sei es, oben mitzuspielen. Der Trainer selbst scheint noch höher hinaus zu wollen: "Ein Trainer will Meister machen und den Aufstieg schaffen", sagt Zolneczko, der jedoch weiß, "dass das in dieser Liga nicht leicht ist".

"Vielleicht können wir noch länger oben dranbleiben", das war die Hoffnung von SV-Trainer Benjamin Hackner vor der vergangenen Rückrunde. Zwar konnten die Buxheimer diesen Vorsatz nicht ganz in die Tat umsetzen, zu Platz sechs reichte es am Ende dennoch. Eine Platzierung, mit der der SV wohl auch in diesem Jahr leben könnte. Ein Vorteil der Buxheimer ist das Personal. Zwar fehlen prominente Neuzugänge, der Kader gleicht aber in großen Teilen dem des Vorjahres, sodass die Mechanismen des Teams von Beginn an greifen sollten. Mit Spielertrainer Benjamin Hackner und Stefan Rössler verfügt der SVB zudem über ein torgefährliches Duo, das vergangene Saison 28-mal traf.

Für den TSV Altmannstein ist das Saisonziel klar: "Wir wollen so schnell wie möglich den Klassenerhalt unter Dach und Fach bringen", erklärt Trainer Robert Lang. Zwar verzeichnete der TSV eine hohe Trainingsbeteiligung, allerdings müssen die Altmannsteiner auch den Ausfall einiger wichtiger Spieler hinnehmen. So werden unter anderem Daniel Wurfbaum und Christian Hallermeier kürzertreten. "Insgesamt stehen wir vor einem kompletten Neuaufbau", sagt Lang, der auch mit den Ergebnissen der Testspiele nicht zufrieden sein konnte. "Zwar habe ich in der Mannschaft eine Entwicklung gesehen, dennoch wird es schwierig werden, da einige Spieler ihren Urlaub noch vor sich haben."

"Wir wollen in der kommenden Saison besser abschneiden als in der vergangenen Spielzeit", gibt Holger Theuerkauf, der Trainer des TSV Mailing, als Ziel aus. Die Vorbereitung stellte Theuerkauf "zufrieden", allerdings hatten auch die Mailinger unter der Urlaubszeit und einigen Verletzungen zu leiden. Das beeinflusste auch den Trainingsfluss und die Testspiele, sagt Theuerkauf. Gegen den TSV Baar-Ebenhausen (0:6) und den FC Geisenfeld (0:5) setzte es deutliche Niederlagen. Zumindest gegen die DJK Weinsfeld setzte sich der TSV mit 2:1 durch.

Auch in Denkendorf steht ein neuer Trainer an der Seitenlinie. Für Aleksandar Dmitrovic geht es vor allem darum, "die Mannschaft zu verbessern". Ingesamt sei er mit der Vorbereitung des SVD durchaus zufrieden. "Die Jungs sind sehr motiviert, und wir haben eine gute Mischung aus jungen Spielern und alten Haudegen, die die Kreisklasse schon jahrelang kennen", urteilt Dmitrovic. Zwar verlor Denkendorf drei Testspiele, die Erkenntnisse, die der neue Coach daraus ziehen konnte, seien jedoch wichtiger als die Zahlen auf den Anzeigetafeln. Für den SV gehe es laut Dmitrovic darum, "das Beste aus den Möglichkeiten zu machen", sodass er von der Vorgabe eines konkreten Saisonziels absieht.

Die SpVgg Wolfsbuch/Zell geht in die sechste Saison in der Kreisklasse 1. Der ehemalige Kreisligist sicherte sich durch eine starke Schlussphase den Klassenerhalt und beendete die vergangene Saison auf Platz zehn. In drei Testspielen war für die Wolfsbucher alles dabei: Ein Sieg, ein Unentschieden und eine Niederlage standen zu Buche. Vor allem beim 5:2 gegen den letztjährigen Kreisklassen-Absteiger aus Kipfenberg wusste die Elf von Trainer Christian Auer zu überzeugen. Zum weiteren Verlauf der Vorbereitung wollte sich dieser allerdings nicht äußern. Neu im Kader ist neben Auers Co-Trainer Florian Schinn auch Nachwuchsspieler Lukas Zieglmeier. Mit einem eingespielten Team will die Spielvereinigung nach eigenen Aussagen vor allem "schönen Fußball spielen".

Der FC Arnsberg erlebte vergangene Saison eine Spielzeit der Extreme. Nach einer miserablen Hinrunde stabilisierte sich der FCA zunehmend - und sicherte sich mit sechs Siegen aus den letzten neun Spielen den Klassenerhalt. "Ich weiß, was die Mannschaft leisten kann und hoffe deshalb, dass wir uns im gesicherten Mittelfeld etablieren können", sagt Trainer Sabahattin Koc. Geht es nach dem Coach, soll der Vorjahreselfte mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Verkraften müssen die Arnsberger den Abgang ihres Toptorjägers Raphael Eckstein, der zum 1. FC Beilngries wechselte. "Der Abgang von Raphael kann für uns auch eine Chance sein. Ich hoffe, die Mannschaft wird dadurch unberechenbarer", sagt Koc, der mit einer "kompakten Mannschaft" in die Saison geht.

Der FC Grün-Weiß Ingolstadt ist zwar ein Neuling in der Kreisklasse 1, dennoch verfügen die Ingolstädter über ausreichend Erfahrung auf diesem Niveau. Der FC wechselte aus der Kreisklasse 2 in das neue Umfeld. In der vergangenen Spielzeit erreichte das Team von Trainer Sinan Albayrak den zehnten Platz. Eine bessere Position wäre durchaus möglich gewesen. Allerdings verloren die Ingolstädter sechs der letzten sieben Spiele. In der neuen Liga geht es für den FC zuerst darum, sich zu orientieren. In der Vorbereitung ließen die Grün-Weißen durch ein 4:1 gegen den Kreisligisten DJK Limes aufhorchen. Neu im Team sind Gökhan Calik und Ibrahim Demir, die es vom FC Hepberg in die Donaustadt zog.

Der Neuling aus Irfersdorf erlebte eine "durchwachsene Vorbereitung", beschreibt Trainer Stefan Rösch vor dem Saisonstart gegen Denkendorf. "Durch Urlaub und Verletzungen waren nie alle Spieler anwesend", erklärt der Trainer genauer. Eine Tatsache, die sich auch in den ersten Spielen nicht ändern werde, so Rösch, der "auf fünf bis zehn Spieler verzichten muss". Das Ziel des Aufsteigers ist deswegen ohne Wenn und Aber der Verbleib in der Kreisklasse. Schaffen wollen die Irfersdorfer das mit nur zwei Neuzugängen, denen vor allem der Abschied des erfahrenen Bernhard Rösch gegenübersteht. "Wir wollen uns in der Liga zurechtfinden und uns so in der Kreisklasse etablieren", erklärt Stefan Rösch abschließend.

"Auf so heftige Art und Weise habe ich das noch nie erlebt", beschreibt Trainer Waldemar Bergstreiser die aktuelle Personalsituation beim TV Ingolstadt. "Wir haben sehr viele Verletzte und können daher wohl erst im September mit unserem kompletten Kader planen", beschreibt Bergstreiser weiter. Aufgrund der ausgedünnten Mannschaft rechnet der Coach mit einem "holprigen Start" in die Saison. Als Aufsteiger gehe es für den TV dabei zuerst darum, sich in der Kreisklasse schnell zurechtzufinden. Das Saisonziel formuliert Waldemar Bergstreiser daher unmissverständlich: "Für uns zählt nur der Klassenerhalt. Und wenn wir komplett sind, können wir das auch schaffen."