Hierbei konnte der Kapitän der hiesigen "Devils" für sein Team gegen die "Wikinger" aus Brokstedt den 18. Meistertitel erkämpfen.

"Gerne wäre ich an Egon Müller vorbeigezogen." Wenige Wochen zuvor wiederum diktierte ein enttäuschter Martin Smolinski den Reportern diesen Satz in die Notizbücher. Auf seiner Heimbahn in Olching hätte er zum Deutschen Rekord-Champion avancieren können. "Hätte" - weil er aufgrund einer Gehirnerschütterung, als Folge eines Sturzes zwei Tage zuvor, nicht antreten konnte. "Aber auch das gehört zum Speedwaysport", stellte der fünffache Titelträger klar. So steht er also weiterhin auf einer Stufe wie ebenjener Egon Müller, denn auch die schillerndste Figur der deutschen Bahnsport-Historie und Weltmeister des Jahres 1983, brachte es zu seiner Zeit auf fünf Meistertitel. Wenn man wiederum von Müllers Zeiten spricht, dann handelt es sich um die "goldenen" Bahnsportjahre. Zuschauerzahlen von bis 20 000 waren hierzulande in den 1970er- und 1980er-Jahren keine Seltenheit - Kulissen, von denen Smolinski und Co. heutzutage nur träumen können. Irgendwie ist der Sport im Lauf der Jahre ein wenig aus dem Fokus geraten. Von ehemals neun Speedwaybahnen in Bayern, existieren momentan noch fünf: In Landshut, Pocking, Olching, Neustadt/Donau sowie in Abensberg bieten sich den Fans heute noch Rennveranstaltungen. Als bisher letzter Standort verschwand übrigens Pfaffenhofen von der Speedway-Landkarte. Jürgen Konrad, erster Vorsitzender des dortigen Motorsportclubs, erklärt: "Unsere Bahn fiel der Umgestaltung des städtischen Sportzentrums zum Opfer. Die heutigen Auflagen, vor allem was den Lärmschutz anbelangt, bedrohen die Existenz unserer geliebten Sportart."

Martin Smolinski wiederum ist momentan viel beschäftigt: Schweden, Polen und Australien, so heißen augenblicklich die letzten Stationen des diesjährigen Speedway Grand Prix - der Einzelweltmeisterschaft. Jeweils die 15 weltbesten Fahrer hat er hierbei als Gegner und dieser Wettbewerb ist es auch, in dem der Bayer seinen bislang größten Erfolg feiern konnte: Im Jahr 2014 gewann er in Auckland sensationell den Großen Preis von Neuseeland. Einmal für einen Abend der Beste der Welt zu sein, hat ihm zuvor kaum jemand zugetraut. Vielleicht aber ist genau das ein gutes Omen für Smolinski: Reist er doch Ende des Monats mit dem Grand-Prix-Tross erneut nach Down Under, wo in Melbourne die finale Wettkampfrunde der Weltmeisterschaft ansteht.