Erst vor einem Monat wurde Patrick Landstorfer (links mit Sohn Leon) verabschiedet, jetzt kehrt der Ex-Kapitän zum EC Pfaffenhofen zurück.
Erst vor einem Monat wurde Patrick Landstorfer (links mit Sohn Leon) verabschiedet, jetzt kehrt der Ex-Kapitän zum EC Pfaffenhofen zurück. Abteilungsleiter Alexander Dost (rechts) freut sich, besonders weil mit Fabian Eder und Tim Lohrer auch zwei Verteidiger kurzfristig gewechselt sind.
Lüger
Pfaffenhofen

Es war doch nur ein Abschied auf Zeit: Am 15. September, also vor fast genau einem Monat, wurde Patrick Landstorfer beim ECP verabschiedet. Der Rahmen war perfekt. Sein ECP traf in einem Testspiel auf sein früheres Team, die Eisbären Regensburg. Vor den heimischen Fans wurde der 30-Jährige noch einmal geehrt, von Publikum gefeiert. Vor der Saison hatte der 30-Jährige seine Schlittschuhe aus familiären Gründen und aus Gesundheitsgründen - der Kapitän war in der Vorsaison lange Zeit verletzt - an den Nagel gehängt. Doch gerade mal einen Monat später ist Landstorfer zurück im Trikot des ECP.

Dass der Führungsspieler nun zurückkehrt, freut Abteilungsleiter Alexander Dost: "Er war und ist ein wichtiger Spieler für das Team." Landstorfer, der bereits am Freitagabend in der Partie gegen Geretsried auf dem Eis stehen wird, wird jedoch nicht mehr Kapitän. Dieses Amt behält Neuzugang Stefan Huber. "Für Patrick ist das in Ordnung, da hat er keinerlei Probleme mit", so Dost. Schon in den letzten Wochen, so Dost, habe es bei Landstorfer gekribbelt. "Es freut mich wirklich sehr, dass er zurück ist." Landstorfer trainierte auch schon unter der Woche mit, war aber noch grippeerkrankt. Überhaupt, so Dost, dürfe man keine Wunderdinge erwarten: "Er hat immerhin keine komplette Vorbereitung mitgemacht." Die Erfahrung des 30-Jährigen, der das Team und das Umfeld kennt, ist aber sicherlich Gold wert für das junge Team der Pfaffenhofener. "Er ist nah an der Mannschaft, ihm liegt Pfaffenhofen am Herzen", sagt Dost.

Das Kribbeln ist das eine, ein zweiter Paukenschlag das andere: Denn Tim Lohrer und Fabian Eder haben am Donnerstagabend überraschend ihren Wechsel zum Landesligisten Black Bears Freising bekanntgegeben. "Sie schaden damit dem Team", sagte Abteilungsleiter Alexander Dost enttäuscht, wünscht den beiden Verteidigern in Freising dennoch alles Gute. Lohrer (19) und Eder (20) wollten mehr Eiszeit erhalten, Eder war zuletzt in den ersten drei Abwehrreihen gesetzt, zufriedenstellen konnte ihn diese Situation aber nicht. Nach Gesprächen mit dem Trainerduo Gregor Tomasik und Dimitri Kurnosow gaben Lohrer und Eder den Wechsel bekannt - zur Verwunderung und Verärgerung einiger.

Besonders brisant: Eder und Lohrer treffen in Freising auf einen alten Bekannten. Denn die Black Bears werden von Heinz Zerres trainiert, der in der Vorsaison die IceHogs geleitet hatte, aber nach nur neun Punkten in 16 Spielen wieder gehen musste. Auch unter Zerres hätten Eder und Lohrer nicht unbedingt viel mehr Spielzeit erhalten.

Weil die Beiden erst so kurz vor dem Ende der Wechselfrist am Sonntag den Verein verließen, geriet Dost unter Druck: Der Kader ist klein, Quirin Oexler und Mike Chemello sind verletzt, Michael Wolf beruflich oft verhindert. "Ich war handlungsunfähig", erklärt er. Landstorfers Rückkehr war daher auch eine kurzfristige Reaktion des Abteilungsleiters: "Ich bin überzeugt, dass er uns helfen wird."