Neuburg: Wenn's doch nur ein eigenes Tor gegeben hätte
Foto: Sebastian Hofmann
Neuburg

Trotzdem bleibt für die jungen Spieler, das Trainerteam und die Vereinsverantwortlichen gewiss die Erinnerung an einen großen Tag mit 3200 Zuschauern im Brandlstadion und einer Atmosphäre, wie sie Neuburg nur selten zu spüren bekommt.

Was die sportliche Zukunft betrifft, so konnte VfR-Trainer Christian Krzyzanowski der Partie gegen den TSV 1860 München nicht viel abgewinnen. "Für den Ligabetrieb kann man da gar nichts mitnehmen", sagte der 40-Jährige nach der Begegnung gegen die Löwen. "In der Bezirksliga stellen sich unsere Gegner hinten rein und warten, dass wir kommen. Heute waren wir die defensivere Mannschaft." Natürlich hat der Trainer gesehen, wie sehr sich seine Burschen gegen den ehemaligen Zweitligisten ins Zeug gelegt haben. Aber Krzyzanowski ist auch nicht entgangenen, welche Konsequenzen dieser Kraftakt für die kommenden Tage womöglich nach sich ziehen wird. "Von der Leistung her ist das echt an die Substanz gegangen." Beweis dafür waren unter anderem Mittelfeldakteur Rainer Meisinger, der mehrmals nach magnesiumhaltigen Getränken während der Partie verlangte, oder der von Krämpfen geplagte und schließlich ausgewechselte Stefan Klink, der am Mittwoch als Außenverteidiger eingesetzt war. Der 21-Jährige sagte nach der Partie: "Man hat den Unterschied deutlich gesehen. Die Münchner trainieren jeden Tag zweimal, wir drei- oder viermal pro Woche." Klink war einer derjenigen Spieler, deren Mimik beständig vom Ärger über die Niederlage hin zur Freude über das Spiel gegen einen solch prestigeträchtigen Verein schwankte. Auch die Kulisse war für ihn einmalig: "Es ist gigantisch, vor so einer Zuschauermenge zu spielen. Während des Spiels blendest du das aber aus."

Etwas wortkarg zeigte sich Stürmer Alexander Müller, der eine der großen Chancen auf den Anschlusstreffer per Kopfball nicht hatte nutzen können. "Es ist schon ärgerlich, wenn du immer nur hinterherrennst und dann kein Tor schießt", meinte der Blondschopf. Sein Mannschaftskamerad Niklas Uhle pflichtete ihm bei: "Es war schade, dass wir kein Tor geschossen haben", sagte der 20-jährige Verteidiger. Lag es vielleicht am großen Namen des Gegners, dass die Neuburger sich mit einem "Null-Zu" in die Kabine verabschieden mussten? "Nein, ich denke nicht, dass in der Mannschaft einer nervös war."

Was die sportliche Leistung des VfR Neuburg betrifft, so fand OB Bernhard Gmehling, selbst leidenschaftlicher Fußballer, viele lobende Worte für die Mannschaft: "Die Burschen haben das gut gemacht und mit viel Engagement dagegen gehalten", befand er. "Man muss aber auch mal den Verantwortlichen um Harald Rogalinski und Roland Egen ein großes Kompliment für die tolle Organisation machen. Es hat alles wunderbar geklappt. Die Veranstaltung war friedlich." Und mehr konnte man sich ja eigentlich auch nicht wünschen.