Ingolstadt: Zusammenhalt als Erfolgsrezept
Mit mannschaftlicher Geschlossenheit und Teamgeist wollen die Handballerinnen der HG Ingolstadt in der Bayernliga den Klassenerhalt schaffen. Eine schwere Aufgabe - zum Saisonstart stehen dem Aufsteiger aus Ingolstadt und Neu-Trainer Peter Geier lediglich elf Spielerinnen zur Verfügung. ‹ŒArch - foto: Rimmelspacher
Ingolstadt

Mit dem Aufstieg in die Bayernliga haben sich die Handballerinnen der HG Ingolstadt einen jahrelangen Traum erfüllt. Die Zeit zwischen der Meisterschaft in der Landesliga und dem Saisonstart in der Bayernliga sorgte dann aber für Ernüchterung. Der neu verpflichtete Trainer David Holzer brach seine Zelte unverhoffterweise wieder ab, die Suche nach einem Nachfolger gestaltete sich kompliziert. "Das war ein schwieriges Unterfangen", sagt die Mannschaftsverantwortliche Lisa Günther. "Wir hatten zwei verschiedene Trainer jeweils zum Probetraining in der Halle, aber es hat bei beiden nicht gepasst."

Rund eine Woche vor dem Saisonstart hatte die Suche dann ein Ende: Peter Geier (Foto) wird die Mannschaft in die Bayernliga führen, ein absolutes HG-Urgestein. "Peter hat uns schon in der Zeit zwischen der Bezirksliga und der Landesliga trainiert und bereits auch die Herrenmannschaft der HG betreut", erklärt Günther. Vorerst ist Geier interimsmäßig als Trainer eingeplant, es ist aber nicht ausgeschlossen, dass er die Mannschaft die gesamte Saison über betreuen wird.

Nach dem überraschenden Rücktritt von Holzer stand die Mannschaft lange ohne Trainer da, zog aber dennoch motiviert die Saisonvorbereitung durch. Rückraumspielerin Melanie Pöschmann leitete die Einheiten, Günther kümmerte sich um das Organisatorische. In sechs Testspielen sammelte die Mannschaft Siege gegen den ESV Regensburg II, die SG Süd/Blumenau, den TSV Unterhaching, den TSV Ismaning II und die Jugend-Bundesliga-Mannschaft des HCD Gröbenzell. Lediglich gegen den Kissinger SC kassierten die Schanzerinnen eine Niederlage. "Wir konnten einige Varianten ausprobieren und haben uns gut verkauft", resümierte Günther.

Ein großes Problem bleibt aber die Personaldecke. Den Abgängen von Nicky Bittl, Kathleen Halfter (TSV Schleißheim), Lucie Maillard, Simone Jens (beide zweite Mannschaft) und Lisa Antl (HCD Gröbenzell) stehen nur die Neuzugänge Luise Hesse und Valentina Jozak (beide aus der zweiten Mannschaft) gegenüber. Zudem fehlen Pia Dietz und Vanessa von Frankenberg bis Mitte Februar aufgrund von Auslandsaufenthalten.

Zum Saisonstart stehen somit nur elf Spielerinnen zur Verfügung. Um das Ziel Klassenerhalt dennoch zu erreichen, setzen die Ingolstädterinnen auf Zusammenhalt. "Wir wissen, dass es schwierig wird", sagt Günther. "Aber wir werden unser Bestes geben und uns auf unsere Stärken konzentrieren." Das war in der Vergangenheit auch immer die Heimstärke. In der heimischen Paul-Wegmann-Halle herrscht Harzverbot, das könnte einige Mannschaften aus dem Tritt bringen.

Spielerisch soll das Konzept der Aufstiegssaison beibehalten werden: Eine variable und kompakte Abwehr soll Ballgewinne ermöglichen, im Angriff funktionierte das Spiel mit den Kreisläuferinnen gut. "Wir wollen auch das schnelle Spiel verbessern", sagt Günther.

Trotz der turbulenten Vorbereitung ist die Stimmung in der Mannschaft nicht schlecht, im Gegenteil. "Wir haben uns gesagt: jetzt erst recht", erklärt Günther. Auf den neuen Trainer Peter Geier wird dennoch ein hartes Stück Arbeit zukommen. Denn gegen Handball-Schwergewichte wie den HC Erlangen, HSV Bergtheim oder die HSG Würm-Mitte wird es von Anfang an gegen den Abstieg gehen, Negativerlebnisse sind vorprogrammiert. Wenn der Zusammenhalt die Saison über aber aufrechterhalten wird, kann der HG die Überraschung dennoch gelingen. Zum Auftakt geht es am Sonntag (16 Uhr) im Auswärtsspiel gegen Würm-Mitte, den Vierten der Vorsaison.