Rimpar: Zu harmlos
Das war zu wenig: Offensiv klappte bei der HG und Bianca Edelsbrunner nicht viel. - Foto: ur
Rimpar

Tabellenschlusslicht Rimpar sicherte sich dagegen die ersten Saisonpunkte.

Die HG hatte ein wenig gebraucht, um sich in der Bayernliga zu akklimatisieren. Es wurden in jedem Spiel kleine Schritte in die richtige Richtung gemacht. Vergangene Woche konnte der erste Sieg eingefahren werden. Gegen Tabellenschlusslicht Rimpar war die Leistung der Ingolstädterinnen aber ein Rückschritt. Vor allem im Angriff fanden die Schanzerinnen nie zu ihrer Form und ließen sich von den der Atmosphäre auf den Rängen sowie der Tatsache, dass mit Harz gespielt wurde, aus dem Konzept bringen.

Die Gäste hatten von Beginn an Probleme, in die Partie zu finden und liefen kontinuierlich einem Rückstand hinterher. Die eigene 6:0-Abwehrformation funktionierte nicht richtig, sodass Rimpar in der 19. Spielminute bereits mit 10:3 in Führung lag. Zuvor hatte HG-Coach Geier eine Auszeit genommen, die Deckung wurde auf eine offensivere 3:2:1-Variante umgestellt, von da an lief es defensiv deutlich besser. "Das hat super funktioniert, wir haben einige Ballgewinne ermöglicht", sagte Geier. Das Problem lag aber bei der eigenen Angriffsleistung. Die defensive 6:0-Abwehr der Gastgeberinnen konnte nur selten überwunden werden. Der Grund: Die Rückraumspielerinnen der HG befanden sich zu nah an der Abwehrreihe der Unterfränkinnen. So konnten kaum Schwung und Druck entwickelt werden. Bis zur Pause zog Rimpar auf 13:8 davon.

Auch in der zweiten Halbzeit agierte Ingolstadt in der offensiven Abwehrvariante, an den Problemen bei eigenem Ballbesitz änderte sich wenig. "Wir hatten zu viele individuelle Fehler", haderte Geier. "Das Harz hat uns Probleme bei Pässen im Spielaufbau oder im Tempogegenstoß bereitet." Die Abwehrleistung war gut, 24 Gegentore sind beileibe kein Drama. Doch die HG blieb im Angriff zu harmlos. Geier versuchte zwar, über Positionswechsel im Rückraum Impulse zu setzen, doch im Zweikampfverhalten ließen die Schanzerinnen die letzte Konsequenz vermissen. Und wenn sich doch klare Torchancen auftaten, dann wurden diese häufig nicht verwandelt. So geriet der Vorsprung der Gastgeberinnen nie ernsthaft in Gefahr, und Rimpar konnte sich über 17:8, 19:10 und 20:11 absetzen. In der Schlussphase schwanden bei den Ingolstädterinnen auch die Kräfte. Die offensive Abwehr kostete viel Energie. Zudem fehlten vor allem im Rückraum Wechselmöglichkeiten. "Wir haben unser Potenzial nicht gezeigt und hatten so keine Chance zu gewinnen", bilanzierte Geier. "Es waren einfach zu viele individuelle Fehler dabei." Außerdem habe seine Mannschaft zu wenig Selbstvertrauen gehabt.

Am kommenden Samstag treten die Ingolstädterinnen bei der HG Zirndorf an, die vergangene Saison aus der 3. Liga abstieg. "Zirndorf hat mehr Qualität als Rimpar, aber gegen stärkere Gegner spielen wir meistens besser", sagte Geier.

HG Ingolstadt: Hesse (Tor), Regensburger, Fischer (1), Edelsbrunner (1), Ulisch, Pöschmann (8/3), Geier (3), Wunsch (1), Remy (4), Günther.