Ingolstadt: Wegweisende Partie
Drei Punkte im Blick: Ryoma Watanabe (rechts) und der FC Ingolstadt II treten morgen zum wichtigen Auswärtsspiel beim Kellerkind SV Seligenporten an. ‹ŒArch - foto: Rimmelspacher
Ingolstadt

Im Spiel des Tabellen-17. aus Seligenporten gegen die an Position 14 stehenden Ingolstädter treffen zwei der angriffsschwächsten Teams der bisherigen Saison aufeinander. Während der FCI bisher immerhin zehn Tore erzielt hat, stehen für Seligenporten lediglich neun Treffer zu Buche, von denen ganze drei im Spiel gegen die U 21 des 1.FC Nürnberg (3:1) fielen. Das bedeutet nach Aufsteiger FC Pipinsried den zweitschwächsten Wert der Liga.

"Wir dürfen die Seligenportener nicht unterschätzen. Nach einem schwachen Saisonstart haben sie sich berappelt", warnt jedoch der Ingolstädter Interimstrainer Roland Reichel vor dem SVS. In der Tat befinden sich die Oberpfälzer auf dem aufsteigenden Ast. Vor dem Sieg gegen Nürnberg haben die Klosterer zwar gegen den Tabellenvierten aus Illertissen mit 1:3 verloren, am achten Spieltag trotzten sie jedoch dem TSV 1860 München ein 0:0 ab und bewiesen dabei ihren Kampfgeist. "Unter Trainer Roger Prinzen haben sie auch im Defensivspiel einen großen Schritt nach vorne gemacht. Offensiv waren sie schon immer gefährlich, mittlerweile agieren sie aber auch gegen den Ball sehr gut", analysiert Reichel.

Bei den kleinen Schanzern hakt es momentan an vorderster Front. Zwar erspiele sich der FCI zumeist ein Chancenplus, der "letzte halbe Zentimeter fehlt aber oft", sagt der 52-jährige FCI-Coach. Das Vertrauen in seine Stürmer habe er aber nicht verloren: "Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen. Sie handeln richtig, haben nur häufig Pech." Reichel wäre es daher auch recht, "einmal ein Spiel zu gewinnen, in dem wir nicht unbedingt überlegen waren oder mehr Chancen hatten".

Dass seine Akteure treffsicher sind, beweisen sie im Training, wie der Trainer berichtet: "Unsere Offensivleute treffen die Bude, und auch die Trainingsinhalte selbst sind darauf ausgerichtet, offensiv zu agieren." In jeder Trainingseinheit der Schanzer gehe es darum, ein Tor zu erzielen. Übungen ohne Tor kämen bei Reichel nicht vor. "Irgendwann legen die Jungs den Schalter um, und dann werden unsere Stürmer auch wieder treffen", gibt sich der Coach optimistisch.

Um in Seligenporten zu punkten, gehe es für die Schanzer U 21 darum, defensiv kompakt zu stehen. "Die Spieler des SVS haben ein ganz feines Füßchen. Wenn sie einmal ins Spielen kommen, wird es ganz schwer", weiß der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, der zudem ein "sehr enges Spiel auf Augenhöhe" erwartet.

Unabhängig vom Ausgang der Partie und der damit verbundenen Platzierung sehe Reichel sein Team auf einem guten Weg: "Es war bisher jedes Jahr so, dass die Spieler aus der U 19 einige Zeit gebraucht haben, um sich an den Herrenbereich zu gewöhnen. Das ist auch dieses Jahr wieder so." Ohne viel Gewöhnungszeit will der FC Ingolstadt allerdings morgen agieren. "Wie bei jedem Spiel fahren wir auch dieses Mal hin, um zu gewinnen", sagt Reichel, der auf seine Spieler baut: "Wenn die Jungs weiterhin die richtigen Entscheidungen treffen und wir uns dazu selbst belohnen, sehe ich dem Spiel sehr positiv entgegen."