Eichstätt: Kellerduell gegen "Klosterer"
Ein möglicher Ersatz für den angeschlagenen VfB-Torjäger Fabian Eberle wäre Marco Witasek im wichtigen Duell gegen den SV Seligenporten. Eberles Verletzung hat sich inzwischen als nicht so schwerwiegend wie vermutet herausgestellt. Er dürfte bald wieder fit sein. ‹ŒArch - foto: Traub
Eichstätt

Die "Klosterer" hatten vor dem Ende der Wechselfrist noch einmal kräftig auf dem Transfermarkt zugeschlagen und befinden sich seitdem im Aufwind. Nach einem 2:0-Auftaktsieg gegen die SpVgg Bayreuth hatte das Team aus dem oberpfälzischen Landkreis Neumarkt fünf Spiele in Folge verloren und fand sich auf dem letzten Tabellenplatz wieder. Eine Nullnummer gegen den Spitzenreiter TSV 1860 München war dann die Trendwende, und mit den regionalligaerfahrenen Neuzugängen Danilo Dittrich (Eintracht Trier), Mario Götzendörfer (FC Ingolstadt II), Sven Seitz (DJK Vilzing) und Mariusz Suszko (FC Pipinsried) gelangen Siege gegen Nürnberg II, Fürth II und Unterföhring. In der Vorwoche trotzte die Elf um Trainer Roger Prinzen auch dem zweitplatzierten 1. FC Schweinfurt beim 1:1 einen Zähler ab. "Wer gegen Sechzig und Schweinfurt unentschieden spielt, über dessen Qualität brauchen wir uns nicht zu unterhalten", sagt VfB-Trainer Markus Mattes und meint: "Der SV Seligenporten hat sehr starke Individualisten in seinen Reihen."

Trotz solch herausragender Akteure wäre der SVS im Vorjahr im Normalfall aus der Regionalliga Bayern als Tabellenvorletzter abgestiegen. Doch durch den Zwangsabstieg der Münchner Löwen bekamen die "Klosterer" die Chance über die Relegation - und hielten die Klasse, sehr zur Freude von Fabian Schäll und Florian Grau, die beide schon für Seligenporten spielten und nun auf ihren ehemaligen Verein treffen.

Mattes ist derweil erleichtert, dass sich sein Stürmer Fabian Eberle bei der 1:2-Niederlage gegen den FV Illertissen nicht wie zunächst vermutet schwerer verletzt hat, auch wenn er gegen Seligenporten wohl nicht auflaufen wird. "Der Arzt hat gesagt, dass es nichts Schlimmes ist. Es ist auf jeden Fall nichts gerissen. Aber Fabian geht ja nicht so ohne Weiteres einfach vom Platz. Deshalb werden wir das in Ruhe abwarten und keinesfalls ein Risiko eingehen", sagt der VfB-Coach. Nur gut, dass im Falle eines Ausfalls von Eberle Yomi Scintu nach seiner Gelbsperre wieder zur Verfügung steht. Auch Jonas Fries, der zuletzt geschont wurde, brennt auf einen Einsatz. "Ich kann zwei frische Spieler bringen und habe einige Optionen in der Hinterhand", freut sich der Eichstätter Coach.

Damit meint er auch Neuzugang Ralf Schröder, der erst in der Vorwoche sein Debüt im VfB-Dress feierte. "Er hatte sich diese Chance einfach mal verdient, weil er immer gut trainiert hat, seit er bei uns ist. Da es bei uns im Spiel gegen Illertissen allgemein nicht gut lief, war es natürlich auch für ihn schwierig", so Mattes. Für beide Mannschaften steht in diesem Kellerduell viel auf dem Spiel: Der Verlierer bleibt auf einem Abstiegsrelegationsplatz, der Sieger kann den Anschluss an das Tabellenmittelfeld herstellen. Mattes versucht trotzdem, den Druck von seiner Mannschaft zu nehmen. "Für mich ist das kein Endspiel, denn es kommen noch so viele Partien", sagt er und schiebt hinterher: "Trotzdem wäre es natürlich ungünstig, wenn wir verlieren."

Für den SV Seligenporten geht es schon am kommenden Dienstag, 17. Oktober, weiter. Dann wird das Totopokal-Viertelfinale gegen den Liga-Konkurrenten FC Memmingen ausgetragen, und die Mittelfranken wollen mit der ersten Mannschaft ins Halbfinale einziehen und so weiter für positive Schlagzeilen sorgen. Das ist ihnen mit der Reserve zuletzt nicht gelungen. Sie verlor in der Bezirksliga Mittelfranken Süd 13 von 14 Spielen - und wie: 0:15 gegen den FC Holzheim, 0:9 gegen den TSV 1860 Weißenburg, 2:8 gegen den SC Großschwarzenlohe oder - wie in der Vorwoche - 0:7 gegen den TSV Freystadt. Inzwischen haben die Verantwortlichen die Reißleine gezogen und die Mannschaft nach nur einem Zähler sowie einem desaströsen Torverhältnis von 11:84 vom Spielbetrieb abgemeldet.