Gerolfing: Aufstieg und Fall des Vorzeigeklubs
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Gerolfing

Die Verantwortlichen ließen deshalb in den zurückliegenden Wochen keinen Stein auf dem anderen - und erarbeiteten schließlich ein Konzept. Danach soll über eine strukturierte Nachwuchsarbeit die erste Fußballmannschaft in näherer Zukunft wieder in der Landesliga spielen - und dies nach Möglichkeit vorwiegend mit FCG-Eigengewächsen.

Die Talente sind zweifelsfrei bereits jetzt vorhanden: 14 Spieler aus dem Kader der ersten Mannschaft entstammen dem eigenen Jugendbereich, weitere vielversprechende Fußballer sollen in den kommenden Jahren in den Herrenbereich aufrücken. So schaffte beispielsweise die U 17 in der vergangenen Spielzeit den Aufstieg in die Kreisliga.

Die jungen Spieler sollen in den kommenden drei, vier Jahren gemeinsam mit Marco Ernhofer, Maximilian Huber, Den Lovric und Waldemar Stengler in einer Mannschaft spielen. Um dieses Quartett als Stützen und Schlüsselspieler soll eine schlag-kräftige Mannschaft aufgebaut werden. Abgänge im zweistelligen Bereich wie in den zurückliegenden Spielzeiten sollen ein für alle Mal der Vergangenheit angehören. "Nachhaltigkeit ist hier die Devise", sagt Hans Reuther von der Fußballabteilung und meint: "Wir bauen auf die Jugend und wollen die Talente auch halten. Dafür brauchen sie aber eine Perspektive. Unser Ziel ist es, die Herrenmannschaft mit einem gesunden Unterbau zu stabilisieren." Darüber hinaus will man den FC Gerolfing erneut im höherklassigen Spielbetrieb platzieren.

Dass dies nicht nur mit einheimischen Spielern möglich ist, leuchtet den Funktionären ein. Deshalb verpflichtet der FCG auch Fußballer anderer Vereine. "Allerdings muss hier die Balance stimmen", sagt Reuther und betont: "Es muss bei den Neuzugängen auch fußballerisch, finanziell und charakterlich passen." Nur allzu gerne hätten die Gerolfinger ihre Eigengewächse von Florian Ihring (SV Manching) über Norbert Redl (VfR Neuburg) bis hin zu Sebastian Graßl (VfB Eichstätt) wieder in den eigenen Reihen. Doch allein die Liga-Zugehörigkeit wie im Falle Graßls, der mit dem VfB in der Regionalliga Bayern spielt, lässt diesen Gedanken zu einem Wunsch werden.

2001 waren die Grünhemden erstmals in die Bezirksliga aufgestiegen. Sieben Jahre später, in der Saison 2008/09, schafften sie unter Trainer Ralf Feigl als Meister den Sprung in die inzwischen abgeschaffte Bezirksoberliga. Von dort gelang mit Spielertrainer Manfred Kroll der Durchmarsch in die Landesliga. Dann stieg der FCG ab und - bedingt durch die Spielklassenreform - sofort wieder auf. Unter den Trainern Torsten Holm und Michael Olah kickten die Gerolfinger vier Jahre ununterbrochen in der Landesliga, ehe der tiefe Fall bis in die Kreisliga folgte.

Auf der Führungsebene fand in den vergangenen Jahren ein Generationenwechsel statt. Der neue Fußball-Abteilungsleiter Stefan Göppel wird künftig durch einen Sportlichen Leiter entlastet. Die Weichen für eine aussichtsreiche Zukunft scheinen gestellt. Jetzt müssen nur noch die Fußballer unter der Führung des Cheftrainers Andreas Steinberger und seines spielenden Co-Trainers Den Lovric in der an diesem Wochenende beginnenden Saison den Grundstein für eine erfolgreiche Spielzeit legen. Dabei kommt es an diesem Samstag (17 Uhr) im Heimspiel gleich zum Wiedersehen mit Ex-Coach Michael Olah, der mit dem FC Hitzhofen-Oberzell nach Gerolfing kommt.

Mit Marian Zolneczko wurde indes ein erfahrener Trainer für die U 23 verpflichtet, der die jungen Talente weiterentwickeln und an die erste Mannschaft heranführen soll. Der Wirtschaftsbeirat mit Reuther an der Spitze wurde in den vergangenen Monaten mit neun Mitgliedern neu belebt. Der Hauptsponsor verlängerte seinen Vertrag mit dem Verein um zwei Jahre. "Das ist ein wichtiger Vertrauensbeweis in das neue Konzept", sagt Reuther.