Florian Berger
Macht er den Sack zu? Wenn Flo Bergér beim Rennen in Deutschland gewinnt, ist er auch ohne Punkte im Finale nicht mehr einholbar. Er wäre vorzeitig der Gewinner RBA-Saison 2017 in der Challenger-Klasse.
Daniel Grund/ Red Bull Media, Balasz Gardi
Eichstätt

Zuletzt waren die beiden Topfavoriten der Challenger-Klasse beim Rennen in Budapest Anfang Juli aufeinandergetroffen. Seither gab es kein gemeinsames Rennen mehr. In Budapest musste sich Schwede Ryfa ganz knapp dem Piloten aus Eichstätt geschlagen geben. Umso mehr will er den Sieg in Deutschland. Ryfa sagt: Um keinen Preis soll Bergér gewinnen und die zehn Punkte ergattern, die ihn noch vor dem Finale im Oktober unantastbar machen könnten. Denn würde Bergér beim Rennen in Deutschland gewinnen, stünde er im Gesamtranking mit 46 Punkten an der Spitze. „Das wäre dann für die anderen nicht mehr einholbar“, erklärt der Eichstätter und kann sich ein kurzes Grinsen nicht verkneifen. Aber er hat ja recht.

Im Laufe der Saison hat er sich so gut geschlagen, dass er nun auf einem dicken Polster von zehn Punkten Vorsprung sitzt. Der Zweitplatzierte, der US-Amerikaner Kevin Coleman, bringt es gerade einmal auf 26 Punkte, Daniel Ryfa hält sich derzeit mit 24 Punkten auf Platz drei – und will Bergér in Deutschland am liebsten auf dem letzten Platz sehen. Denn Coleman muss beim Rennen in Deutschland aussetzen, ist machtlos dagegen, dass der Eichstätter seinen Vorsprung weiter ausbauen und am Ende den Sack sogar zumachen könnte. Gut möglich also, dass er an diesem Wochenende ausnahmsweise seinem Konkurrenten Daniel Ryfa die Daumen drückt.

 

Denn die Erfahrung hat gezeigt, dass kaum ein anderer im Kader der Challenger noch fähig ist, dem Eichstätter fliegerisch das Wasser zu reichen. Zu sauber fliegt er mittlerweile, zu routiniert geht er an die Sache ran. Fehler? Fehlanzeige. Lange ist es her, dass Flo Bergér einen der Luftpylonen zum Platzen gebracht hat oder überhaupt bei einem Rennen Strafsekunden kassiert hat. Dazu kommt, dass er das Rennen am Lausitzring in Brandenburg kennt, im vergangenen Jahr sogar gewonnen hat. Für Daniel Ryfa war damals nur der vierte Platz drin, er hatte einen Pylon getroffen und drei Strafsekunden bekommen. „Aber das heißt ja nix“, sagt Bergér. Er rechne wie immer mit allem und nichts. „Es kann ja auch sein, dass jemand ganz anders das Rennen macht.“ Schließlich seien auch andere Piloten im Kader stark und keinesfalls zu unterschätzen. Luke Czepiela zum Beispiel. Der sahnte 2016 am Lausitzring Silber ab und hat sich auch in dieser Saison schon als harter Gegner erwiesen.

Daniel Ryfa
Daniel Ryfa ist Bergérs härtester Konkurrent. Der Schwede wird am Wochenende alles geben, um einen Sieg des Eichstätters zu verhindern.
Daniel Grund/ Red Bull Media, Balasz Gardi
Eichstätt

„Es wird auf jeden Fall spannend. Auch deshalb, weil Daniel und ich uns ein Flugzeug teilen“, verrät Bergér. Red Bull stelle den sechs Teilnehmern nämlich zwar modellgleiche Flugzeuge zur Verfügung, jedoch nur drei. Jeweils zwei Challenger fliegen also auf derselben Maschine, wer mit welcher Extra an den Start geht, entscheidet das Los. „Diesmal haben wir ein Flugzeug erwischt, mit dem wir beide noch nicht geflogen sind“, erklärt der 28-Jährige. Zwar seien alle zur Verfügung gestellten Extras baugleich, „aber man merkt doch bei jedem Fabrikat kleine, feine Unterschiede in der Technik, jedes Flugzeug ist eben doch irgendwie ein Unikat“, so der Eichstätter.

Wer sich am besten reinfuchst, das wird sich zeigen. Eines ist jedenfalls sicher: Am Sonntag wird feststehen, ob Florian Bergér der Worldchampion der Air-Race-Saison 2017 ist. Falls nicht, dann darf, ja dann muss sogar weiter gefiebert werden, dann entscheidet das Finale in Indianapolis Mitte Oktober.