Ingolstadt: FCI strukturiert Trainerteam neu
Verlässt den FC Ingolstadt nach rund viereinhalb Jahren: Michael Henke (links, neben dem neuen Chefcoach Stefan Leitl) lehnte andere Aufgabengebiete im Verein ab. ‹ŒArch - foto: Bösl
Ingolstadt

Als Anfang Oktober der FC Ingolstadt die Verpflichtung des ehemaligen Abwehrspielers André Mijatovic als neuen Co-Trainer von Chefcoach Stefan Leitl bestätigte, war klar, dass der Einfluss von Michael Henke abnehmen würde. So vermissten aufmerksame Zaungäste auch den 60-Jährigen bei den letzten zurückliegenden Trainingseinheiten. Dass aber Henke den Verein nach viereinhalb Jahren verlassen wird, ist trotzdem überraschend. Gestern vermeldeten die Schanzer nun offiziell, dass Henke und der Klub künftig aufgrund der neuen Trainerstruktur getrennte Wege gehen werden. "Im Rahmen der neuen Struktur ist eine Co-Trainer-Position im Profiteam vorgesehen, diese wurde vor Kurzem durch André Mijatovic besetzt", bestätigte Geschäftsführer Sport und Kommunikation, Harald Gärtner, in einer Pressemitteilung, dass es künftig keine zwei Co-Trainer beim FCI mehr geben wird. "In diesem Zuge wollten wir uns mit Michael Henke auf ein neues Tätigkeitsfeld verständigen, um die Professionalisierung weiter voranzutreiben, und hatten dahingehend konkrete Pläne mit ihm."

So wurden Henke die Position des Cheftrainers bei der U 21 oder die Tätigkeit eines Individualtrainers angeboten. Als Individualtrainer sollte Henke die Toptalente des Vereins - vom Profiteam bis zu U 17 - fördern. "Leider konnten wir ihn für keines unserer Angebote gewinnen", teilte Gärtner mit. Somit endet die Tätigkeit Henkes bei den Schanzern. Der 60-Jährige wurde im Februar 2013 vom damaligen Sportdirektor Thomas Linke verpflichtet. Beide kannten sich noch aus ihrer Zeit beim FC Bayern. Dort fungierte Henke unter dem damaligen Trainer Ottmar Hitzfeld bereits als Co-Trainer. Bevor Henke nach Ingolstadt wechselte, war er noch für das Scouting beim englischen Verein Aston Villa zuständig. Das war allerdings nicht sein Traumjob: "Ich wollte zurück auf den Rasen", begründete Henke damals den Wechsel in einem Interview in unserer Zeitung. Unter dem damaligen Schanzer Trainer Tomas Oral fungierte er fortan als Co-Trainer. Nach dessen Entlassung war er unter Marco Kurz in gleicher Funktion tätig, bevor er als Interimstrainer für ein Spiel einsprang. Dann kam Ralph Hasenhüttl und damit auch für Henke die erfolgreichste Zeit mit dem FCI. 95 Spiele stand er in der 2. Liga und der Bundesliga neben Hasenhüttl am Spielfeldrand. Nach dessen Abschied endete auch die Co-Trainer-Tätigkeit Henkes vorübergehend beim FC Ingolstadt. Denn Markus Kauczinski brachte sein eigenes Trainerteam mit. Henke blieb aber den Schanzern treu und kümmerte sich fortan um die Internationalisierung des Klubs. Mit Maik Walpurgis kehrte auch Henke zurück an den Spielfeldrand. Diese Zeit endet nun bei den Schanzern mit der Trainerumstrukturierung unter dem neuen Chefcoach Stefan Leitl. "Ich hätte zum jetzigen Zeitpunkt gerne als Co-Trainer der Profimannschaft weitergearbeitet", erklärte Henke in der Pressemitteilung des Vereins. "Da das nicht möglich ist, habe ich mich entschlossen, die Schanzer zu verlassen. Wir gehen im guten Verhältnis auseinander und ich wünsche dem FCI sowie seinem Trainerteam alles Gute für die Zukunft."

An Ruhestand dürfte Henke allerdings noch nicht denken. Denn Ende April, zu seinem 60. Geburtstag, sagte Henke gegenüber dieser Zeitung: "Die Arbeit auf dem Platz macht Spaß. Es hält einen auch jung, wenn man mit jungen Leuten permanent zu tun hat." Aktuell ist nicht bekannt, wo Henke künftig arbeiten wird. Aber man darf davon ausgehen, dass er bald wieder irgendwo am Spielfeldrand zu sehen sein wird. Allerdings steht seit gestern fest: nicht mehr beim FCI.