Es läuft noch nicht rund bei den Ingolstadt Dukes und ihrem neuen Quarterback Nelson Hughes.
Es läuft noch nicht rund bei den Ingolstadt Dukes und ihrem neuen Quarterback Nelson Hughes.
Foto: Lüger
Berlin
Bis dahin hat die Mannschaft aber noch viel zu tun, wie die 13:23-Niederlage im Testspiel am vergangenen Samstag beim Nord-Bundesligisten Berlin Rebels gezeigt hat.

Das runderneuerte Team des TV blieb dabei den Beweis schuldig, dass es auch 2018 eine ähnlich gute Rolle spielen kann wie in der vergangenen Saison, als die Herzöge als Aufsteiger gleich in die Play-offs einzogen. Headcoach Eugen Haaf sieht das noch nicht so tragisch, zumal die Truppe sich erst noch einspielen muss. Doch ein paar Sorgenfalten hatte ihm vor allem die enttäuschende Leistung der Offensive auf die Stirn gezaubert.

"Wir haben unheimlich viele Chancen sehr schlecht verwertet und uns durch viele individuelle Fehler um ein besseres Resultat gebracht", versuchte er erst gar nicht, die Leistung schönzureden. Mehrfach standen die Dukes nur wenige Yards vor der Endzone, hatten dann aber keine Idee, wie sie den Ball über die Linie bringen konnten. "Wir haben drei Jahre lang mit Rick Webster als Quarterback gespielt. Für seinen Nachfolger Nelson Hughes war es das erste Spiel, da ist das Timing einfach noch nicht da", hatte er zumindest eine kleine Entschuldigung.

Der neue Quarterback deutete jedoch schon an, dass die Dukes auf dieser Position wieder gut besetzt sind. Hughes bringt nicht nur die Bälle genau auf seine Mitspieler, er hat auch im Laufspiel großes Potenzial. Immer dann, wenn er - auch weil die Rebels defensiv sehr gut arbeiteten - keine Anspielstation hatte, holte er selbst die nötigen Yards heraus.

Er ist zumindest eine gute Verstärkung, was man von dem mit großen Vorschusslorbeeren bedachten Richie Sanders nicht behaupten kann. Der Wide Receiver war eine einzige Enttäuschung und dürfte in dieser Verfassung keine Verstärkung für das Team sein. Dafür spielten sich zwei andere Akteure in den Vordergrund, von denen man das zu dem frühen Zeitpunkt vielleicht noch gar nicht erwartet hatte. Lars Kozlowski und Jakob Wenzel sorgten immer wieder mit mutigen Vorstößen für wichtigen Raumgewinn. "Wenn man zwei Spieler aus der Offensive herausheben muss, dann diese beiden", verteilte auch Haaf ein dickes Lob.

Erfreulich für die Dukes, dass mit Valentin Pfnür ein Athlet wieder auf dem Feld stand, der aufgrund einer schweren Verletzung die komplette Vorsaison aussetzen musste und dessen Fortsetzung der Karriere lange Zeit fraglich war. "Das Knie hat gehalten. Am Schluss hatte ich konditionell leichte Probleme, aber insgesamt bin ich sehr zufrieden", sagte er.

Zunächst dominierten vor einer spärlichen Zuschauerkulisse im Berliner Mommsen-Stadion beide Abwehrreihen, sodass im ersten Viertel lediglich ein 46-Yard-Fieldgoal der Hausherren durch Phillip Friis Andersen zu Buche stand. Als zu Beginn des zweiten Viertels Timo Benschuh einen weiten Pass von Hughes in der Endzone trotz harter Bedrängnis sicher herunterholte, lagen die Dukes erstmals vorn, doch nur wenig später gelang dem starken Leo Booten die erneute Führung für die Rebels. Danach war lange Zeit kaum noch etwas zu sehen von den Gästen. Viele unnötige Ballverluste erleichterten den Berlinern die Aufgabe, und so zogen sie durch zwei Touchdowns von Quarterback Terrell Robinson auf 23:6 davon, womit das Spiel entschieden war. Der letzte Touchdown der Ingolstädter, für den Lorenz Regler 50 Sekunden vor Schluss sorgte, war nur noch eine kleine Ergebniskosmetik.

"Wir haben die Rebels bewusst als ersten Testspielgegner gewählt. Wir wollten keinen lockeren Sparringspartner", so Haaf. "Wir wollten einen Gegner, der uns unsere Probleme vor Augen führt. Das Spiel hat uns sehr geholfen, wir haben gesehen, dass wir noch viel zu tun haben. " Am kommenden Samstag spielen die Dukes beim Regionalligisten Würzburg Panthers.