Herr Menne, bei der Deutschen Post gibt es Überlegungen, die tägliche Briefzustellung einzuschränken. Offensichtlich handelt es sich um ein schwieriges Marktsegment, in das die DONAUKURIER Post GmbH einsteigen möchte. Warum tun Sie es dennoch?
Markus Menne: Wir sehen sehr gute Chancen, durch unsere Flexibilität, gerade bei Spontan- oder Sonderaktionen, uns einen nennenswerten Marktanteil zu sichern. Die Neue Presse Post GmbH, eine hundertprozentige Tochter der Passauer Verlagsgruppe, betreibt seit neun Jahren sehr erfolgreich einen privaten Briefzustelldienst. Ebenso ist die Chiemgau Post in Trostberg, ein weiteres Tochterunternehmen der Neue Presse Post GmbH, seit 7 Jahren sehr erfolgreich im Bereich der privaten Briefzustellung tätig. In Ingolstadt gibt es keinen privaten Briefzustelldienst, weshalb wir uns ein großes Marktpotenzial ausrechnen.

Wo liegen die Vorteile für die Kunden, die sich für den neuen Zustelldienst entscheiden?
Menne: Zunächst einmal haben unsere Kunden einen Ansprechpartner vor Ort. Wir holen die Post ab 25 Stück pro Tag kostenlos bei unseren Kunden ab, kuvertieren und frankieren auf Wunsch die Briefe. Die Kunden, zunächst Firmenkunden, benötigen keine Frankiermaschine mehr, sparen sich den Weg zur Post und müssen keine langen Wartezeiten mehr in Kauf nehmen. Wenn der Kunde es wünscht, übernehmen wir den Ausdruck der Sendungen.

Wie funktioniert das konkret?
Menne: Stellen Sie sich vor, der Kunde beauftragt uns zum Beispiel mit 300 Lohnabrechnungen. Er kann uns dann eine entsprechende Datei zur Verfügung stellen und wir drucken diese Lohnabrechnungen aus, unter Berücksichtigung der Datenschutzbestimmungen, kuvertieren sie, frankieren und stellen anschließend die Briefe zu. Selbstverständlich ist es möglich, diese Briefe mit einem Kunden-Firmenlogo zu versehen, oder der Kunde stellt uns sein Briefpapier zur Verfügung. Das sind alles enorme Vorteile.

Sie sprachen gerade von Firmenkunden. Können auch Privatkunden den Service der DONAUKURIER Post GmbH in Anspruch nehmen?
Menne: Zunächst wenden wir uns an Unternehmen. Es ist aber geplant, unseren Service in den nächsten zwei Jahren auch auf Privatpersonen auszudehnen. Wir wollen in diesem Zeitraum Briefmarken entwickeln, Verkaufsstellen organisieren und Briefkästen im Stadtbereich aufstellen.

Wie ausgedehnt ist das Zustellgebiet?
Menne: Wir beginnen mit der Stadt Ingolstadt. Das sind insgesamt fünf Postleitzahlen. Es ist jedoch geplant, umgehend das gesamte Verbreitungsgebiet des DONAUKURIER abzudecken.

Wie flott arbeiten Sie? Wie schnell ist ein Brief beim Empfänger?
Menne: Wir bieten eine Fünf-Tage- Zustellung, von Dienstag bis Samstag. Unsere Zielvorgabe ist ,E+1’. Der Brief wird bei uns eingeliefert und gleich am nächsten Tag erfolgt die Zustellung.

Welche Sendungen befördern Sie?
Menne: Von der Postkarte bis zum Maxibrief tragen wir alles selbst aus. Päckchen und Pakete sowie Einschreiben und alle anderen Produkte nehmen wir selbstverständlich entgegen und leiten sie weiter an unsere Kooperationspartner, die die Zustellung übernehmen.

Wie viele Arbeitsplätze hat Ihr Unternehmen geschaffen?
Menne: Wir haben in der Verwaltung, der Produktion und der Briefzustellung bis jetzt 20 Arbeitsplätze geschafften. In den nächsten Monaten werden wir mit den Zeitungszustellern ca. 1200 Mitarbeiter mit in die Donaukurier Post GmbH einbeziehen.

Wie sieht Ihr Fuhrpark aus und gibt es eine einheitliche Kleidung für die Mitarbeiter, damit man sie sofort erkennt?
Menne: Wir starten mit Lastenrädern, E-Bikes und Rollern. Unsere italienischen, roten Roller werden die Leute genauso schnell wie unsere Mitarbeiter erkennen, die alle rote Dienstkleidung tragen. Sie sind sicher schon von Weitem zu erkennen.