Zwei von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) inspirierte mutmaßliche Terroristen hatten laut Parker geplant, einen Sprengsatz vor den Toren zu Mays Amtssitz Downing Street zu zünden. Die beiden Männer hätten vorgehabt, im anschließenden Chaos die Regierungschefin zu erstechen.

Seit gestern stehen die mutmaßlichen Attentäter vor Gericht. Es handelt sich laut britischen Medien um den 20-jährigen Naa'imur Zakariya Rahman aus Nord-London und den 21-jährigen Mohammed Aqib Imran aus Birmingham. Die jungen Männer waren, wie bekannt wurde, bereits am 28. November festgenommen worden. Sie standen schon Wochen vorher unter der Beobachtung von Scotland Yard und MI 5.

Dieser Anschlag gehört zu den neun Attacken, die die britischen Sicherheitsdienste allein heuer haben verhindern können. Seit der Ermordung des Soldaten Lee Rigby durch islamistische Extremisten vor vier Jahren, so Parker, habe man insgesamt 22 Anschläge vereitelt. In diesem Jahr allerdings sei die Bedrohung exponentiell angestiegen. Der MI 5-Chef sprach davon, dass Großbritannien vor der größten terroristischen Herausforderung seit einer Generation stünde. Allein dieses Jahr hat es fünf verheerende Anschläge gegeben, bei denen 36 Menschen starben.

Die Zahl der Festnahmen von Terrorverdächtigen, so der Geheimdienstchef, habe mit 379 Verhaftungen im letzten Jahr bis zum Juni einen Höchststand erreicht. Die Geheimdienste gehen davon aus, dass es im Königreich rund 3000 islamistische Gefährder gibt. Insgesamt umfasst der Kreis von Individuen, die in der Vergangenheit auf dem Radar der Sicherheitskräfte aufgetaucht sind und als mögliche Gefährder oder Sympathisanten gelten, rund 20.000 Personen. Und zurzeit werden mehr als 500 laufende Ermittlungen zu geplanten Terroranschlägen durchgeführt. Die Zahlen demonstrieren eine drastisch gestiegene Bereitschaft von Terroristen, zuzuschlagen. Angesichts des Ausmaßes der Bedrohung überrascht es daher wenig, dass die Terrorwarnstufe aktuell auf dem zweithöchsten Level, ernst, liegt. Das bedeutet, dass eine Attacke "hoch wahrscheinlich" ist.

Im Kampf gegen Terror setzen die Briten neben der Überwachung von Verdächtigen und dem Informationsaustausch mit ausländischen Sicherheitskräften zudem auf passive Gefahrenabwehr durch eine Änderung der Straßenarchitektur. Ministerien im Regierungsviertel wurden durch Poller, Stahlbarrieren und Mauern geschützt. Auch vor dem Parlament erschienen erstmals Barrieren, um Anschläge mit Autobomben zu verhindern. Und nach zwei Terrorattacken mit Autos auf Londoner Brücken wird über Maßnahmen für belebte öffentliche Räume nachgedacht. ‹ŒFoto: Rousseau/dpa