Michael Bloomberg, ehemaliger Bürgermeister von New York und UN-Sondergesandter für Klimaschutz, sowie Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown stellten in Bonn den 120-seitigen Bericht ihrer Initiative America's Pledge vor. Ihr gehören 20 Bundesstaaten, 110 Städte und mehr als 1400 Unternehmen an. Sie hatten sich bis Anfang Oktober als Reaktion auf den von Donald Trump angekündigten Ausstieg aus dem Abkommen eigene Ziele zur Verringerung von Treibhausgasen gesetzt. In Paris hatten sich die USA 2015 unter Präsident Barack Obama vorgenommen, den Ausstoß von Treibhausgasen in einem Jahrzehnt um 26 bis 28 Prozent im Vergleich zu 2005 zu senken. Die USA sind derzeit hinter China der zweitgrößte Verursacher des Treibhausgases Kohlendioxid.

In Bonn zogen am Wochenende erneut Demonstranten durch die Stadt. Einer der beiden Demonstrationszüge startete nach Angaben der Veranstalter mit rund 2000 Teilnehmern passend zum Beginn der Karnevalssaison im Rheinland um 11.11 Uhr unter dem Motto "Schluss mit dem faulen Zauber". Die Demonstranten forderten unter anderem einen größeren Einsatz für globale Klimagerechtigkeit, den Stopp der Zerstörung von Lebensgrundlagen, einen verbindlichen Fahrplan für den Kohleausstieg sowie den Einschluss des Flugverkehrs in das Klimaschutzabkommen von Paris.

Werner Rätz vom globalisierungskritischen Bündnis Attac forderte dabei insbesondere die Industriestaaten auf, "industriell abzurüsten". Erneuerbare Energien und bessere Technologien würden für die nötigen CO2-Minderungen nicht ausreichen. Zu den Protestaktionen riefen die Bündnisse "No Climate Change" und "Weltklima-Aktionstag 11.11. Bonn" auf. Sie werden unterstützt von regionalen und bundesweiten Initiativen sowie von Parteien teils aus dem linken Spektrum.

Die Weltklimakonferenz geht heute in die zweite und entscheidende Woche und endet voraussichtlich am kommenden Freitag. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) sagte zu den Fortschritten in einem heute veröffentlichten Interview mit der "Stuttgarter Zeitung", sie erwarte nach den Beratungen mit der US-Delegation in der ersten Gipfelwoche weder eine "Blockade" noch "Provokationen" aus Washington. Vielmehr rechne sie mit einem "zurückhaltenden Mitwirken" der Vereinigten Staaten. Diese würden wohl "einen eher beobachtenden Kurs fahren und nicht bewusst stören", so die Ministerin.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das UN-Klimasekretariat unterzeichneten gestern zudem eine gemeinsame Absichtserklärung über das Engagement beider Einrichtungen zu den Herausforderungen, die sich aus der Klimaerwärmung für das Gesundheitswesen insbesondere in Entwicklungsländern ergeben. Sie wiesen darauf hin, dass extremes Wetter und Klimaveränderungen sich negativ auf saubere Luft, Trinkwasser und Ernährungssicherheit auswirkten. So könnten zwischen 2030 und 2050 jährlich 250 000 Tote zusätzlich verursacht werden.

Beide Organisationen starteten zugleich mit der Präsidentschaft der Fidschi-Inseln, dem Gastgeberland des Bonner Gipfels, eine Sonderinitiative zum Schutz vor Beeinträchtigungen des Gesundheitswesens durch mögliche Klimafolgen.