München: Immer noch schwarz, immer noch cool
Mastermind von The Cure: Robert Smith. - Foto: imago/Müller
München

Knapp 12 000 vorwiegend ältere und überwiegend dunkel gekleidete Fans wollen die Gothic-Band mit Mainstream-Erfolg sehen. Schließlich ist es schon Jahre her, dass die Band um Strubbelkopf Robert Smith in der Landeshauptstadt war.

Bereits um halb acht beginnen die schottischen Waver von The Twilight Sad in der noch locker gefüllten Olympiahalle. Nach atmosphärisch dichten 40 Minuten hinterlässt die Band aus Glasgow einen guten und sympathischen, aber keinen allzu bleibenden Eindruck. Egal, gekommen sind ja eh alle wegen The Cure, die sich bald entspannt an ihren Instrumenten einfinden, die für ein Konzert eher untypisch aufgebaut sind. So steht beispielsweise das Keyboard weit vorne am Bühnenrand. Eine Besonderheit ist auch die Setlist. Ähnlich wie bei einem Bruce-Springsteen-Konzert weiß man, dass man sich auf eine lange Spieldauer von mehreren Stunden, aber auch eine abwechslungsreiche und unvorhersehbare Songauswahl freuen darf. Und tatsächlich ist das Münchner Konzert vollkommen anders aufgebaut und bestückt als beispielsweise der Auftritt in Berlin. Die Erwartungen der Anwesenden werden aber voll und ganz befriedigt.

Nach einer eher beschaulichen Nummer zu Beginn wechselt Mastermind Smith schon früh von der schwarzen akustischen zur natürlich ebenfalls schwarzen elektrischen Gitarre. Bis auf den umtriebigen Bassisten Simon Gallup bewegt sich die Band kaum, aber dieser nutzt die ganze Bühne und steht immer wieder mit mindestens einem Bein auf den Monitorboxen. Mit seinem Elan und Look zwischen Punk und Ted passt er optisch zwar nicht so ganz zum Rest der Truppe, seine groovende Instrumentalarbeit aber ist unerlässlich für den Bandsound. Ebenso natürlich wie die Trademark-Gitarren und der wehmütige Gesang des Cure-Oberhauptes.

Mit einer stimmigen und perfekt akzentuierten Lightshow im Rücken arbeiten sich The Cure durch ihre 40-jährige Erfolgsgeschichte. Dabei begeistern sie mit Favoriten wie "Charlotte Sometimes" ebenso wie mit Raritäten wie "From The Edge Of The Deep Green Sea" und unveröffentlichten Stücken. Natürlich gibt es auch die Hits, von denen die südenglische Band wirklich eine Menge vorweisen kann. "In Between Days" findet schon früh den Weg in das Set. Nach 90 Minuten geht es dann mit ganzen drei Zugabenblöcken so richtig ab. Die Gruselballade "Lullaby" mit riesigem Spinnennetz und Spinne auf Großleinwand fehlt ebenso wenig wie die Happynummer "Friday I'm In Love" und das funky "Hot Hot Hot!!!". Mit Klassikern wie "Boys Don't Cry", "Close To Me" und "Why Can't I Be You", teilweise neu arrangiert, geht nach weit über zweieinhalb Stunden das Konzert unter großer Begeisterung zu Ende.