Ingolstadt: Ausklang mit deutschen Weihnachtsliedern
Ehrenvolle Einladung: Im Januar eröffnete die Audi-Jugendchorakademie die Elbphilharmonie. Nun geht es nach Montreal. - Foto: Zapf
Ingolstadt

Die Reisen des Chores sind schon seit Gründung des Chores vor fast zehn Jahren legendär. Der Chor gastierte im Vatikan, reiste nach Asien und Italien, eröffnete die Elbphilharmonie. Diesmal geht es kurz vor Weihnachten nach Kanada. Was eigentlich nicht erstaunlich ist. Denn dort hat der größte musikalische Förderer des Orchesters, der Dirigent Kent Nagano, einen seiner Wohnsitze. Der gebürtige Kalifornier leitet dort bereits seit rund zehn Jahren das Orchestre symphonique de Montréal. Nachdem der Audi-Chor bereits mehrfach zusammen mit Naganos anderem Orchester, den Hamburger Philharmonikern, aufgetreten ist, scheint es nun naheliegend zu sein, dass die jungen Sängerinnen und Sänger auch in Montreal gastieren. Den Plan gibt es jedenfalls bereits seit Jahren.

Das bestätigt Sebastian Wieser, der seit Kurzem Geschäftsführer des Chors ist. Auch das ist etwas Neues. Denn seit diesem Jahr ist der Chor nicht mehr bei Audi angesiedelt, sondern selbstständig. Dazu wurde ein Verein gegründet, dessen Vorsitzender der ehemalige Audi-Vorstand Frank Drewes ist, sowie eine Chor-GmbH. Jetzt hat der Chor auch die Möglichkeit, weitere Fördergelder zu beantragen. So wird etwa die Reise nach Montreal vom Goethe-Institut unterstützt. Insgesamt sollen die Entscheidungsprozesse beim Jugendchor flexibler und schneller verlaufen, erläutert Sebastian Wieser. Nach wie vor ist die Audi-Jugendchor-Akademie ein Erfolgsprojekt. "Nachwuchssorgen kennen wir nicht", sagt Wieser. "Das ganze Jahr über erreichen mich E-Mails von jungen Leuten, die beim Chor mitsingen wollen." Nach Montreal reist der Chor in einer Stärke von 71 Sängerinnen und Sängern. In einem Pool gibt es derzeit rund 250 Mitglieder im Alter zwischen 16 und 27 Jahren aus Deutschland, Österreich und Südtirol, die bei einzelnen Projekten mitmachen können.

In Montreal wird der Chor innerhalb einer knappen Woche insgesamt drei Konzerte geben. "Das ist ein straffes Programm", meint Wieser. Denn sofort nach der Ankunft sind bereits die ersten Proben anberaumt. Der Chor muss das Orchester kennenlernen, den Konzertsaal, sich überhaupt akklimatisieren. "Dazu kommt noch der Jetlag", sagt Wieser. Die Zeitverschiebung beträgt sechs Stunden.

In Montreal wird der Chor das "Magnificat" von Johann Sebastian Bach singen sowie das Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saëns. Und dann gibt es noch einen besonderen Wunsch von Kent Nagano: Das Konzert wird mit deutschen Weihnachtsliedern ausklingen.