Hilpoltstein: Dauerstau am Bahnhof Nürnberg
So soll der Nürnberger Hauptbahnhof nach dem Umbau im November aussehen.
SÖR
Nürnberg

Marco Daume wählt drastische Worte, um die Schwierigkeiten rund um die rund 5,4 Millionen Euro teure Baumaßnahme, die am Montag beginnt und im November enden soll, zu beschreiben: "Das wird eine Operation am offenen Herzen", ist sich der zuständige Werkleiter sicher und verschweigt nicht, dass besonders Autofahrer mit enormen Belastungen rechnen müssen.

Die Bauarbeiten hat Daume in drei Phasen eingeteilt. Am Montag startet die erste Phase. Die hat es schon in sich. Die Zufahrt in die Königstraße ist nur aus östlicher Richtung möglich, weil der rechte Abbiegefahrstreifen vom Königstorgraben in die Königsstraße gesperrt wird. Wer über den Bahnhofsplatz in die Südstadt fahren will, muss einen "U-Turn" einplanen. Für den meisten Ärger dürfte freilich der Wegfall eines Fahrstreifens pro Fahrtrichtung sorgen. Kaum trösten dürften sich die Autofahrer damit, dass auch Geh- und Radwege teilweise gesperrt werden. Besonders die Berufspendler zur Rushhour werden sich in Geduld üben oder Ausweichrouten ausbaldowern müssen.

Bürgermeister Vogel empfiehlt, den Bahnhofsplatz ab Montag nach Möglichkeit "zu umschiffen". Noch besser fände es Vogel, wenn die Insassen der rund 45 000 Autos, die sich heute täglich schon mehr schlecht als recht über den Bahnhofsplatz zwängen, auf Busse und Bahnen umsteigen würden. Selbst das Rad empfiehlt Vogel als Alternative. "Man sollte den Bahnhofsvorplatz in den nächsten Wochen zur Hauptverkehrszeit nicht nutzen", warnt Vogel bei der Vorstellung der Umbaupläne am Donnerstag im Rathaus eindringlich.

Wobei die "nächsten Wochen" in den Augen der Autofahrer ziemlich lang werden dürften. Denn nach Phase I (24. April bis 17. Juni) folgt direkt Phase II (19. Juni bis 23. September). Und die verspricht noch mehr Staugefahr. Im Sommer soll die Fahrbahn direkt vor dem Hauptportal und dem Westflügel des Bahnhofes erneuert werden. In der dritten und letzten Bauphase sollen bis Mitte November die Arbeiten rund um die Straßenbahnhaltestellen am Bahnhofsvorplatz erfolgen. Vogel verspricht, dass der enge Zeitplan eingehalten wird. Man werde die Baustelle termingerecht bis zum 10. November abschließen. "Da bin ich mir so sicher, wie das Amen in der Kirche." Schließlich stehe dann der Christkindlesmarkt vor der Tür.

Mit einer Informationsoffensive will Vogel die Autofahrer auf die langwierigen Umbaumaßnahmen vorbereiten. Das ist wohl auch den jüngsten Erfahrungen geschuldet, als "vorbereitende Maßnahmen" und der Wegfall einer Fahrspur vor dem Bahnhof zum praktischen Zusammenbruch des Verkehrs zwischen Plärrer und Hauptbahnhof führten. Pro Bauphase will die Stadt eine Broschüre mit genauen Beschreibungen der Ausweichrouten herausgeben. Außerdem will man die Bürger über das Internet mit aktuellen Infos über den Baufortschritt versorgen (www.nuernberg.de/internet/soer_nbg/baustellen.html). Zusätzlich seien sechs elektronische Verkehrsschilder aufgestellt worden.

Am Ende würden alle Verkehrsteilnehmer von den Bauarbeiten profitieren, verspricht Vogel. Die wichtigste Veränderung wird wohl der oberirdische Fußweg vom Bahnhof in die Altstadt. Außerdem sollen Busse und Bahnen künftig barrierefrei erreichbar sein.