Ingolstadt: Einbrecher auf dem Rückzug
Werbung für mehr Sicherheit: Die Polizei nutzt viele Möglichkeiten, um gegen Einbrüche vorzubeugen, wie hier in Ingolstadt. - Foto: Polizei
Ingolstadt

Das Polizeipräsidium Oberbayern-Nord mit Sitz in Ingolstadt hat vom 1. Oktober 2017 bis 31. Januar 2018 insgesamt 260 Wohnungseinbrüche aufgenommen, in der Saison davor waren es im Vergleichszeitraum noch 302 gewesen. Die Dienststelle betreut neben dem Raum Ingolstadt auch die Landkreise Ebersberg, Erding, Freising, Dachau, Fürstenfeldbruck, Landsberg und Starnberg, wo rund 1,5 Millionen Menschen leben. In Ingolstadt und der Region waren die Einbrüche von 81 auf 70 zurückgegangen.

Die Polizei hatte seit vielen Jahren mit dem Phänomen zu kämpfen, dass mit dem Herbstbeginn und früher einsetzender Dunkelheit die Einbruchsdelikte zunahmen. Oft waren es international agierende Banden, die entlang der Autobahnen auf Beutezug gingen - bis die Tat entdeckt war, hatten die Langfinger längst wieder das Weite gesucht. Die Ingolstädter Kriminalpolizei hatte es jedoch nicht bei der Erfassung solcher Delikte gelassen. "Wir sind das Ganze systematisch angegangen: Im Bereich der Prävention ist sehr viel geschehen, indem wir die Bevölkerung für dieses Thema sensibilisiert haben", sagt Kripo-Chef Alfred Grob.

Denn Zeugenaussagen sind für die Ermittler wichtig, das zeigt sich immer wieder. So reagierte eine Frau am 20. November vorbildlich, als sie im Ingolstädter Nordostviertel gegen 17.30 Uhr - es war gerade dunkel geworden - Geräusche aus einem Haus hörte und Einbrecher vermutete. Per Notruf alarmierte sie sofort die Polizei, eine Streife nahm wenig später einen 20-jährigen Albaner als Tatverdächtigen fest. Die Ermittler stellten bei ihm daheim weiteres mutmaßliches Diebesgut sicher. "Solche lokalen Erfolge helfen uns, dass regional erst mal wieder Ruhe herrscht", sagt Kripo-Chef Grob.

Seine Ermittler haben außerdem überörtlich agierende Banden im Visier, indem sie gemeinsam mit den auswärtigen Dienststellen die Bewegungsprofile solcher Kriminellen verfolgen. Dabei sollen gefährdete Bereiche erkannt, nach genauen Lagebildern gefahndet, gezielte Kontrollen entlang der Hauptverkehrsachsen angesetzt oder in gefährdeten Vierteln verstärkt Streife gefahren werden - Prävention, die sich auszahlt, wie die aktuelle Entwicklung zeigt. Denn der hohe Ermittlungsdruck spricht sich in Täterkreisen herum. Wo die Polizei Präsenz zeigt, halten Kriminelle sich tendenziell eher fern.

Nicht zuletzt besteht für jeden Haus- und Wohnungsbesitzer die Möglichkeit, sich kostenlos durch die Kripo beraten zu lassen. Was kann ich tun, um Türen und Fenster einbruchssicherer zu machen? Wo sind die Schwachstellen? "2017 haben rund 270 Beratungen in der Region Ingolstadt stattgefunden, vor Ort, telefonisch oder direkt in unserer Beratungsstelle", sagt Jürgen Weigert vom Präsidium Oberbayern-Nord. "Zusätzlich haben 35 Vorträge stattgefunden. Diese Angebote kommen draußen gut an."