Ein Zeuge hatte am Mittwoch gegen 9.30 Uhr verdächtige Wahrnehmungen in dem Gebäude an der Eschenrieder Straße in Gröbenzell gemacht und die Polizei alarmiert. Eine Streife entdeckte kurz danach eine leblose 40-Jährige. Die Frau stammt aus dem Raum Augsburg. Der herbeigerufene Notarzt habe ihren Tod festgestellt, teilte das Polizeipräsidium Oberbayern-Nord in Ingolstadt mit. Die Spurenlage deute auf ein Tötungsdelikt hin. Die Streife habe einen in dem Haus angetroffenen 27-Jährigen überwältigt und als Tatverdächtigen festgenommen. Es handelt sich um den Sohn der Hausbesitzerin, einer Bekannten des Opfers. Die getötete 40-Jährige hatte mit deren Einverständnis dort genächtigt. Laut Polizei habe keine Beziehung zwischen ihr und dem 27-Jährigen bestanden. Der junge Mann machte vorerst keine Angaben zur Tat. Er wird wohl voraussichtlich morgen dem Haftrichter vorgeführt.

Dieses Verbrechen beschert der Kriminalpolizei in Fürstenfeldbruck nach dem Doppelmord vom Montag ein zweites ermittlungsintensives Verfahren. Wie berichtet, waren zu Wochenbeginn zwei 40 Jahre alte Frauen aus Dachau in einer Wohnung in Petershausen tot aufgefunden worden. Die Ermittler hatten den 53-jährigen Bewohner festgenommen. Er sitzt seit Dienstag in der Justizvollzugsanstalt Stadelheim wegen Verdachts des zweifachen Mordes in Untersuchungshaft. Die befreundeten Dachauerinnen waren zuletzt am Samstag in ihrer Heimatstadt gesehen worden. Sie hatten Angehörigen erzählt, den 53-Jährigen am Samstag in Petershausen besuchen zu wollen, angeblich um den Fasching zu feiern. Weil sie sich danach bis Montag nicht mehr gemeldet hatten, erstattete die Mutter der einen Frau Vermisstenanzeige und konnte auch die Adresse der Wohnung am Georg-Friedrich-Händel-Weg nennen.

Der dort Festgenommene – dem Vernehmen nach war er früher als Meteorologe tätig, zuletzt aber ohne Beschäftigung – soll an psychischen Problemen leiden und in Dachau in Behandlung gewesen sein. Dabei soll er die Frauen kennengelernt und seither losen Kontakt gehalten zu ihnen haben.

Gerichtsmediziner hatten bei der Obduktion „Gewalteinwirkungen gegen den Hals“ bei den Opfern diagnostiziert. Ob das tatsächlich die Todesursache ist, lässt die Polizei offen. Die Erfahrung spricht gegen diese Annahme, weil es es bei der Art, wie die Frauen ums Leben kamen, um Täterwissen handelt – und das behalten die Ermittler für sich, solange kein Geständnis vorliegt. Auch zur Todeszeit macht die Polizei aus demselben Grund vorerst keine Angaben.

Denn noch sind zu viele Fragen offen: „Es gibt zwar keine Hinweise darauf, dass eine weitere Person beteiligt war, aber wir müssen das erst zweifelsfrei klären“, sagte Peter Grießer vom Polizeipräsidium Oberbayern-Nord gestern. „Deshalb sichert der Erkennungsdienst jetzt DNA-Spuren, Fingerabdrücke und sonstige Spuren am Tatort.“ Der Beschuldigte sage bisher nichts zu den Vorwürfen. „Unsere Hoffnung, dass er vielleicht bei der Vorführung beim Haftrichter doch spricht, hat sich leider nicht erfüllt.“