Schrobenhausen: Raubkatzen im Tänzerwald
 
Schrobenhausen
Adele sitzt auf einem Barhocker auf der Bühne, die Beine lässig übereinandergeschlagen. „Never mind I'll find someone like you“, singt sie, den Blick fest ins Publikum gerichtet. Ach nein, es ist gar nicht Adele, sondern Ramona Fottner, die da das Publikum verzaubert – vom reinen Zuhören könnte man sie beinahe verwechseln. 2010 war die Geisenfelderin bei der Castingshow „Das Supertalent“ bis ins Finale gekommen, und arbeitet sich seitdem mit Konzerten und ihren ersten eigenen Singels im Dschungel der Pop-Musik-Szene nach oben. Das Schrobenhausener Publikum hat sie schon nach dem ersten Song um den Finger gewickelt.

„Der Abend wird Sie aus dem Alltag entführen“ – mit seinen Begrüßungsworten sollte Schromlachia-Präsident Jürgen Kreuzer absolut Recht behalten. Die Schrobenhausener lassen sich nicht zweimal bitten, als die Showband „Mikados“ zum Tanz ruft. Sind auch die ersten Schritte bei einigen noch unsicher – wie oft kommt man schließlich schon zum Tanzen – legt das Publikum je später die Nacht, immer heißere Sohlen aufs Parkett. Gegen Mitternacht legt Bürgermeister Karlheinz Stephan sein Sakko ab.

Auf der Bühne steht eine große, schwarze Kiste. „Moosacher Marionetten“, steht darauf. Seltsam, die Moosacher Kindergarde sollte doch gar nicht kommen. Der Marionettenspieler tritt hervor, öffnet eine Spieluhr in seiner Hand. Das Klimpern setzt ein, die Prinzessin beginnt sich zu drehen. Nein, nicht die Kleine, in der Spieluhr, sondern die Große, die Faschingsprinzessin. Die lebensechte Nachbildung des Püppchens in der Spieluhr – oder anders herum.

Der Marionettenspieler holt einen Kasperl aus seiner Kiste. Seine Bewegungen sind ruhig, der schwarze Zylinder tief in die Stirn gezogen. Er sagt kein Wort, doch in seinen Händen erwachen die Puppen zum Leben – und das wortwörtlich. Die Tänzer des Moosacher Faschingsclub sind gekleidet, wie die Marionetten, die der Puppenspieler aus seiner Kiste holt, und das Publikum sieht staunend zu.

Tiger schleichen sich durch den Tänzerdschungel. Die Kindergarde hat gleich ein ganzes Zirkuszelt mitgebracht. Besonders die kleinen Raubkatzen haben es dem Publikum angetan. Doch auch Ballerina, Clowns, Akrobaten und Co. lösen wahre Jubelstürme aus.

Um Olympia geht es beim Programm der Showtanzgruppe der Schromlachia heuer. Von Peking über Barcelona nach Paris und London ist ihnen kein Weg zu weit. Ihr fetziger Tanz umfasst beinahe die ganze Erde. Da wird schon mal ein Schauboxkampf in der Luft ausgetragen. Auf was die griechisch anmutenden Gewänder allerdings anspielen sollen, bleibt der Interpretation des Zuschauers überlassen.