Schrobenhausen: Informationen aus erster Hand
Am Kreiskrankenhaus Schrobenhausen finden regelmäßig Informationsveranstaltungen zu interessanten Themen statt. - Foto: M. Schalk
Schrobenhausen

Im Rahmen seines Vortrags zum Betreuungsrecht gab Rechtsanwalt Klaus Englert auch wertvolle Hinweise rund um das Thema. Die Begriffe Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht seien vielleicht bekannt, aber die wenigsten hätten diese Dokumente für den Fall, dass man durch Krankheit oder einen Unfall nicht mehr in der Lage ist, für sich zu entscheiden, meinte Englert. Wichtig sei vor allem, sich überhaupt damit zu befassen und mit seinen Familienangehörigen darüber zu sprechen. Man sollte sich im Klaren sein, ob man zum Beispiel eine künstliche Beatmung möchte oder nicht. Dies sollte dann im besten Fall bei einem Notar festgehalten werden, der bei der Erstellung der Patientenverfügung oder einer Vollmacht kompetent berät und unterstützt.

Andreas Limberger, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie und Transplantationsbeauftragter am Kreiskrankenhaus Schrobenhausen, ging speziell auf das Thema Organspende ein. Die Zahl der Organspender sei in Deutschland vergleichsweise gering. Dies habe auch mit der Handhabung in den verschiedenen Ländern zu tun. In Deutschland müsse man sich aktiv für eine Organspende aussprechen. In Österreich gelte zum Beispiel die Widerspruchsregelung. Das bedeute, dass jeder grundsätzlich Organspender sei, außer, er lege schriftlich Widerspruch ein. Diese Regelung gelte auch für Ausländer, die sich gerade im Urlaub im jeweiligen Land befinden.

Auch beim bereits dritten Arthrosetag im Kreiskrankenhaus Schrobenhausen war die Resonanz ungebrochen. Nach der Begrüßung durch Chefarzt Markus Walz, Fachbereich Unfallchirurgie und Orthopädie, nutzte der neue Chefarzt im Bereich Anästhesie die Gelegenheit, sich kurz dem Publikum vorzustellen. Markus Schmola hat zum 1. November seine Stelle im Kreiskrankenhaus angetreten und wird das Ärzteteam in Schrobenhausen tatkräftig unterstützen.

In den Fachvorträgen erläuterte Max Dienel, Oberarzt der Geriatrie und Ernährungsmediziner im Geriatriezentrum Neuburg sowie im Kreiskrankenhaus Schrobenhausen, anschließend, welche Ursachen der Gelenkverschleiß hat und wie Arthrose durch eine Ernährungsumstellung verringert werden kann. Er zeigte die Folgen der "Zivilisationskost", also von Fertigprodukten und dem übermäßigen Konsum von Zucker, auf. Dazu gehört, neben Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und Übergewicht, auch die Arthrose.

Er erklärte, dass es wichtig wäre, sich wieder auf nicht industriell gefertigte Lebensmittel zu konzentrieren und solche auf den Speiseplan zu setzen. So könne durch die Umstellung auf eine Vollwerternährung eine deutliche Besserung der Beschwerden erreicht werden.

Amir Hamed Shojaei, Oberarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie im Kreiskrankenhaus Schrobenhausen und Facharzt in der Orthopädischen Praxis des Medizinischen Zentrums, informierte, wann eine Prothese sinnvoll ist. Schmerzen in den Gelenken, eine Einschränkung der Beweglichkeit oder beispielsweise Ruheschmerzen sowie Gelenkgeräusche könnten auf einen Gelenkverschleiß hinweisen. Die richtige Diagnose und den Grad der Erkrankung könne aber nur ein Arzt nach entsprechender Untersuchung feststellen. Bei den ersten Beschwerden könnten bereits regelmäßige Bewegung, Physiotherapie oder eine Ernährungsumstellung Linderung verschaffen. Ist der Leidensdruck zu groß, komme eine Operation infrage. Dabei werde das geschädigte Gelenk ganz oder teilweise durch eine Endoprothese ersetzt. Die Erfolgsaussichten seien gerade bei einer Hüftprothese sehr groß.

Chefarzt Markus Walz schloss die Vortragsreihe mit dem Thema Arthrosen und Fehlstellungen der Füße. Er veranschaulichte die Ausprägungen mit Hilfe von Röntgenbildern und ging auf die einzelnen Ausprägungen wie den Schiefstand der Großzehe (Hallux valgus), den Gelenkverschleiß im Großzehengrundgelenk (Hallux rigidus) und die Krallenzehen und deren Behandlungsmöglichkeit ausführlich ein.

Am Ende der Veranstaltung stellten sich die Referenten noch für Fragen zur Verfügung. Auf eine Zuschauerfrage bekräftigte Chefarzt Markus Walz: "Wir operieren keine Röntgenbilder." Es sei individuell sehr verschieden, wann der Punkt erreicht sei, an dem man etwas unternehme. Sei auf dem Röntgenbild eine Arthrose erkennbar, ohne dass der Patient Beschwerden habe, sei es aus ärztlicher Sicht nicht notwendig, etwas zu unternehmen. Eine Operation erfolge auch nur dann, wenn der Patient bereit dazu sei. Grundsätzlich sollte jeder auf sein eigenes Körpergefühl achten und zum Beispiel nicht weite Strecke laufen, wenn das Knie sowieso schon schmerzt.