Mühlried: "Auch für uns wird alles teurer"
Echte Handarbeit aus Mühlried: Bäckermeister Kaspar Felbermaier und seine Mitarbeiter backen selbst und verwenden dafür nur beste Zutaten. "Sind da 75 Cent für die Breze zu viel", fragt er. - Foto: Wöhrle
Mühlried

Seit dem 1. Februar verlangt er beispielsweise für eine Breze in seinem Hauptgeschäft in Mühlried und in seinen Filialen 75 Cent - und erntete prompt erboste Kommentare auf Facebook. Doch nicht nur: Diejenigen, die Verständnis für Felbermaiers Entscheidung zeigen und seiner selbst hergestellten Ware bescheinigen, auch den höheren Preis in jedem Fall wert zu sein, stellen die wenigen Stimmen der Meckerer bei Weitem in den Schatten - und machen den Bäckermeister geradezu glücklich. "Es sind so viele, die unsere Arbeit und unsere Produkte schätzen", freut er sich über die Resonanz in den sozialen Netzwerken. Und nicht nur dort. Nachdem die ersten Kommentare durchs Netz waberten, seien mehrfach Kunden in den Laden gekommen und hätten extra Brezen gekauft und versichert: "Das sind die besten in der ganzen Stadt."

Mehr als 1000 Brezen formen Felbermaier und seine sieben Mitarbeiter - darunter auch DSDS-Tobi Rechenauer - täglich in der Backstube in Mühlried. Und bis jetzt hat er - trotz der Preiserhöhung - noch keinen Rückgang bei der Nachfrage festgestellt. "Das ist bei uns fast die Hauptarbeit", erklärte er - und die macht auch jede Menge Arbeit. "Eine Breze zu backen ist viel Arbeit. Da steht man ganz schön dran", betont er und erzählt, dass sich erst neulich die Freundin seines Sohnes über den Aufwand gewundert habe, als sie in der Backstube mitgeholfen hat.

Nicht nur die Brezen, auch Brot, Semmeln und andere Backwaren, Kuchen und Kleingebäck aus dem Hause Felbermaier kosten seit Anfang Februar ein paar Cent mehr. Der Grund seien gestiegene Ausgaben und steigende Kosten, die er selbst zu tragen habe, erklärt Felbermaier. "Auch für uns wird alles teurer", sagt er und zählt auf: Der Mehlpreis ist im vergangenen Jahr gestiegen, der Backmittelvertreter hat bereits Preiserhöhungen angekündigt und im April stehen Tarifverhandlungen an, nach denen er seinen Mitarbeitern voraussichtlich höhere Löhne zahlen muss. Eine Zusatzausgabe, die er neuerdings zahlen muss, ärgert den Bäckermeister ganz besonders: die Gebühr, die seine Bank mittlerweile dafür verlangt, dass sie ihm das in seinem Laden naturgemäß in großem Umfang anfallende Kleingeld abnimmt. Einmal habe er deswegen sogar das Institut gewechselt, erzählt Felbermaier, doch nun erhebe auch seine neue Bank diesen "Strafzoll" auf Geld. Daran sehe man, dass auch die Banken zu kämpfen hätten und schauen müssten, wo sich noch zusätzliche Einnahmen erzielen könnten. "Wie soll es mir als Bäcker da anders ergehen", fragt er und gibt zu bedenken, dass er an seinen Backwaren nicht spare, sondern nur bester Zutaten verwende: "Sind da 75 Cent für eine Breze wirklich zu viel"