Mühlried: Gespenstisch gute Unterhaltung
Ohne ein bisschen Liebe geht es beim Theater meistens nicht. Auch bei den Theaterspielern des SC Mühlrieds darf deshalb ein Liebespaar nicht fehlen. - Foto: Vogl
Mühlried

Im Einakter "Der Stau", einer Realsatire von Reinhard Seibold, ist eine Familie mit Vater, Mutter und zwei pubertierenden Töchtern auf dem Weg in den Urlaub nach Italien. Es kommt, wie es kommen musste - Stau, und das bei Hitze. Daraus ergeben sich diverse Situationen, die von Mutter Elvira, gespielt von Rita Reisner, mal schnippisch, mal ausgleichend und Vater Paul, gespielt von Hans Berger, unterschiedlich verarbeitet werden. Die Töchter Lisa - Lisa Schilling in ihrer ersten Rolle durchaus selbstbewusst - und Sabine - Melanie Rothbauer, ebenfalls Debütantin, hat nur eine kleine Sprechrolle, lässt aber mehr erwarten - nerven ihre Erzeuger. Die eine mit dem Flirt mit einem ungeliebten italienischen Nachbarn und die andere mit ihrer durch übermäßigen Gummibärchenverzehr verursachten Reisekrankheit.

Beim Dreiakter "Gspenstermacher", einem lustig-makabren Schwank aus der Feder von Ralph Wallner, treffen in der Wirtsstube der resoluten Moorwirtin Rosa Moderer (Elfriede Horsch deftig-kräftig mit viel Mut zur Hässlichkeit) die schrullige Dorfverrückte Philomena - Monika Schrittenlocher traf die Rolle genau -, die aus den Karten liest, und die beiden Totengräberbrüder Schippe und Schaufe aufeinander. Hans Berger - passend skurril - und Reinhard Felbermeir - naiv bis zum Gehtnichtmehr - spielen ihre Rollen überaus glaubhaft. Dann ist da noch Vevi Veichtl (Katrin Treutner), eine junge, reiche Witwe, die als "Ziefern" verschrien ist, Leo, ihr attraktiver, sympathischer Knecht - gespielt von Matthias Janko, der den Damen den Kopf verdreht - der Schuaster Jackl, Junggeselle und Dorfschuster seines Zeichens (Manfred Hiltner wieder mit aller Routine zurück auf der Bühne) und Lena, ein hübsches, schlaues Dirndl (Claudia Berger glänzt wie alle Jahre auch in dieser Rolle). Weil den beiden Totengräbern nach einem Schreiben der vorgesetzten Behörde eine Änderung ihrer Einkünfte droht, beschließen sie, selbst nachzuhelfen. Dass aber die beiden ersten Opfer ihnen danach als Gespenster erscheinen, hatten die beiden nicht erwartet. Die Rivalitäten der gespenstischen Damen Rosa und Vevi, das Auftauchen der Lena, die Rosa beerbt und viele, viele Wendungen im Ablauf der Geschichte brachten die Zuschauer immer wieder zu Gelächter und Applaus. Der teils deftige Wortlaut des Stückes trägt dazu bei. Aber zum guten Schluss bekommt sich das junge Paar Leo und Lena, die Geister werden erlöst und die beiden "Gespenstermacher" auch. Langanhaltender Applaus belohnte die Akteure am Ende des Abends.

Für Regie und Bühnenbild sorgten diesmal die Akteure selbst, in der heißen Phase der Proben wurde die Beratung von Routinier Franz Schäfer dankbar angenommen. Die Maske war wie stets in den bewährten Händen von Monika Schrittenlocher und die nur sehr seltenen Hänger wurden von Claudia Berger und Rita Reisner im Souffleurkasten schnell ausgebügelt. Auch Ehrungen standen am Premierenabend auf dem Programm: Hans Berger zeichnete zahlreiche Akteure für ihr langjähriges Engagement aus: Matthias Janko steht seit 10 Jahren auf den Brettern in Mühlried, auf 15 Jahre bringt es Katrin Treutner, stolze 35 Jahre sind es bei Monika Schrittenlocher, die ja auch die Abteilung führt, und gar 40 Jahre Theater in Mühlried spielen Elfriede Horsch und Manfred Hiltner.

Weitere Aufführungen im Sportpark gibt es am Freitag, 13. Januar, Samstag, 14. Januar, Freitag, 20. Januar, Samstag, 21. Januar und Samstag, 28. Januar, jeweils um 19 Uhr. Karten gibt es in der Filiale der Raiffeisenbank Schrobenhausener Land im Griesweg in Mühlried und an der Abendkasse.