Günter Stoppe (5.v.l.) hat den Gerolsbachern mit dem Auftritt der Schanzer Kosaken einen außergewöhnlichen Gottesdienst beschert..
Günter Stoppe (5.v.l.) hat den Gerolsbachern mit dem Auftritt der Schanzer Kosaken einen außergewöhnlichen Gottesdienst beschert.
Maria Sonhütter
Gerolsbach
Günter Stoppe hatte mit seiner Einladung für den Chor ein Versprechen eingelöst.

2015 hatten die Schanzer Günter Stoppe, der selbst jahrelang Sänger bei den Schanzer Kosaken war, an seinem 90. Geburtstag mit einem Ständchen jäh überrascht. Und da Günter "seinen Chor" dafür nicht sogleich adäquat bewirten konnte - wer kann schon unvorbereitet 25 Menschen bewirten? - hatte er damals versprochen, dies nachzuholen. Dieses Versprechen löste er nun am vergangenen Sonntag ein.

Zur Begrüßung hatte Günter Stoppe bereits einen feinen Tropfen im Gasthof zur Post vorbereiten lassen. Vizebürgermeisterin Gerti Schwertfirm ließ es sich nicht nehmen, den Chor auch im Namen der Gemeinde sehr herzlich willkommen zu heißen. Es ist sicher nicht alltäglich, dass ein Ensemble nach Gerolsbach kommt, das weit über die regionalen Grenzen hinaus aufgetreten ist; mit dem berühmten Sänger Ivan Rebroff, dem Inbegriff eines Kosaken, stand es auf der Bühne, und mit dem akademischen Moskauer Rundfunk- und Fernsehchor gab es im Säulensaal des Kremls ein Konzert, das noch immer einmal im Jahr im russischen Fernsehen gezeigt wird. Daher nützten viele Menschen die Möglichkeit, das berühmte Ensemble der Schanzer Kosaken in Gerolsbach erleben zu können, und so konnte Pater Andreas in einen gefüllten Kirchenraum blicken.

Es war ein ganz besonderes Erlebnis, die Liturgie der Sonntagsmesse von kirchenslawischen Liedern begleitet zu erleben. Die tiefen Bässe und die klaren Tenöre ließen wunderbare Klangteppiche entstehen. Das mächtige "Vater unser" und im Besonderen das auf Russisch gesungene Lied "Ich bete an die Macht der Liebe" ließen die Gottesdienstbesucher andachtsvoll lauschen und vielleicht sogar ehrfurchtsvoll erschaudern.

Bei Günter Stoppes anschließenden Einladung für die Sänger ins Gasthaus Buchberger-Kettner herrschte eine herzliche Atmosphäre, und natürlich wurde noch so manches Lied jenseits der Liturgie gesungen. So darf man hoffen, dass dies nicht der letzte Besuch der Schanzer Kosaken in Gerolsbach gewesen sein mag.