"77 Teilnehmer hatten wir zu Beginn, 56 sind dann am Ende noch übrig geblieben, die sich auch wiegen lassen haben", resümiert Angermeier. "Mei", sagt er dann, "ich hab' mir das schon gedacht, dass nicht alle 77 am Ende kommen. Aber ich hab's ja schon von Anfang an gesagt, wenn 50 kommen, bin ich zufrieden." Also ist er jetzt auch zufrieden mit seinen Bürgern. "Da gehört ja eh viel Mut dazu, und der ein oder andere hat es vielleicht nur nicht zu den angegeben Öffnungszeiten zum Wiegen ins Rathaus geschafft", sagt er.

Nur so halb zufrieden ist Angermeier allerdings mit sich selbst. "Harrrr", entfährt es ihm, angesprochen auf seinen persönlichen Abnehmerfolg. "Zehn Kilo wollte ich ja eigentlich abnehmen, neun hab ich geschafft", verrät er. Ein bisserl stolz ist er dann aber doch. Die Bürgermeistergarderobe, die er sich mit seiner Wahl vor drei Jahren zugelegt hat, passe nun wieder wie angegossen. "In der letzten Zeit haben die Anzüge schon etwas gespannt, jetzt sitzt wieder alles", freut er sich.

Und außerdem: Ein Kilo ist ja quasi nur knapp am Ziel vorbei, und dass er so eisern auf seine geliebten Süßigkeiten und das kühle Blonde verzichtet hat, das war für den Bier- und Schokoladenliebhaber schon eine Härteprobe an sich, die er da gemeistert hat. "Das erste Bier hab ich am Abend nach dem Aktionsende getrunken", erzählt er. "Und das war wirklich fein." Wer so lange verzichtet habe, der genieße ganz anders, ist er überzeugt. Und auch die kleinen Naschereien, den "geliebten Schoklad", hat er sich über Ostern nicht verkneifen können. "Macht aber nix", ist er sicher, "ab sofort will ich mein Gewicht mit Sport halten." Heißt: Sobald das Wetter wieder besser wird, trifft man den Rathauschef womöglich auf dem ein oder anderen Radlweg an.

"Vielleicht machen wir sowas nächstes Jahr wieder", überlegt er dann. Schließlich sei die Aktion so gut angekommen, überall habe er nur positive Rückmeldung erhalten. Und das liegt vielleicht auch daran, dass der Bürgermeister an den Abnehmerfolg seiner Gemeinde ja auch noch einen kleinen Bonus geknüpft hatte: Pro abgenommenem Kilo wollte Angermeier einen Euro an den Aresinger Kindergarten spenden.

Das wären also 218 Euro, die demnächst aus der Angermeier'schen Brieftasche auf das Konto der Einrichtung fließen würden. Weil aber 218 gar so greislig ungerade ist, hat der Gemeindechef kurzerhand entschieden, aufzurunden. "Ich mach 250 Euro, da tun wir nicht lange rum", sagt er. Und verspricht: "Für's nächste Jahr lasse ich mir dann was anderes einfallen."