Wolnzach: Ein Superbrummi geht auf Reisen
15 Achsen hat jeder der beiden Schwertransportanhänger, die zurzeit am alten Bahnhof in Wolnzach abgestellt sind. Zur Aufnahme eines Transformators für das Kraftwerk Zolling werden sie zu einer großen Ladefläche zusammen gekoppelt. Insgesamt wird der Schwertransport dann am Ende 82 Meter lang sein und sich am Sonntag auf den Weg von Wolnzach nach Zolling machen - Foto: Trouboukis
Wolnzach
Seit ein paar Tagen ist das Gelände am alten Bahnhof in Wolnzach gesperrt: Aus dem hessischen Hanau sind Lastzüge eingetroffen, die zwei Schwertransportanhänger abgestellt haben. „Das sind ja riesige Laster“, meint eine Anwohnerin, die regelmäßig über das Bahnhofsgelände spaziert. „Wie viele Reifen die haben!“

Aus zwei mach eins

Tatsächlich warten die Anhänger auf einen Einsatz der besonderen Art, denn: Mit einem speziellen Zug wird am Samstag ein Transformator in Wolnzach angeliefert, der dann am Altmanngelände vom Zug auf die Spezialtransporter umgeladen werden muss. Die beiden Anhänger werden dazu zu einem großen Zug zusammen gekoppelt, der am Ende stramme 82 Meter lang sein wird. Für den Transport muss der Bahnübergang beim Altmanngelände für voraussichtlich 17 Stunden total gesperrt werden.

Der genaue Zeitplan der ungewöhnlichen Aktion ist auch im Wolnzacher Rathaus bei Michael Pfab eingegangen, die Abmessungen des Schwertransports beeindrucken auch ihn: Ein Gesamtgewicht von 622 Tonnen gibt die Hanauer Fachfirma für Schwertransporte an, 82 Meter lang, 4,90 hoch und 3,80 breit wird der Transport insgesamt sein.

Der Transformator soll am Samstagmittag per Zug in Wolnzach eintreffen, „das Verladen auf das Straßenfahrzeug“, so die Transportfirma, „soll dann um 14 Uhr beginnen“. Voraussichtlich 16 Stunden wird die aufwendige Aktion in Anspruch nehmen, für die der Bahnübergang total gesperrt werden muss. Am Sonntag um 6 Uhr ist dann die Abfahrt in Richtung Zolling geplant. Der Weg führt über Geroldshausen nach Dürnzhausen und über Sünzhausen, Wolfersdorf dann schließlich weiter in Richtung Zolling.

Fly-Over-Brücke

Einige Nadelöhre erwarten den Transport auf dem Weg. So weist die Transportfirma ausdrücklich auf eine „schwierige S-Kurve“ in Dürnzhausen hin, für deren Durchfahrt alleine 30 Minuten eingeplant werden. Das größte Problem muss allerdings in Geroldshausen überwunden werden: Die kleine Asbachbrücke an der Hauptstraße ist auf die Dimensionen des Schwertransports keineswegs ausgerichtet. Deshalb muss hier der Brückenüberbau demontiert werden und die Brücke ist am Sonntag zwischen 4 und 9 Uhr für den Durchgangsverkehr gesperrt. Stattdessen wird der 622 Tonnen schwere Transport über eine so genannte Fly-Over-Brücke rollen. Das ist eine Aufstelz-Stahlkonstruktion, die eigens für die Überfahrt von Schwertransporten entwickelt wurde.

Durchschnittlich zwölf Kilometer pro Stunde kann der Laster zurücklegen, nachdem er mit dem Transformator in Wolnzach beladen wurde. Wenn alles gut geht, wird er am Sonntag um 13.30 Uhr sein Ziel in Zolling erreichen. Für die 30-Kilometer-Strecke wird der Superbrummi rund sechs Stunden brauchen.