Bereits Ende Januar 2016 verlegte das STZ seinen Standort von der Stadt Pfaffenhofen in die Idylle nach St. Kastl. "Nicht ganz 40 Bewohner zogen mit um, einige wollten nicht. Es war ihnen zu abgelegen, sie wollten die Stadtnähe und wir haben auch das unterstützt", erzählt Rosi Kirschner. Damit die Bewohner nicht abgeschottet sind, wurden private Buslinien eingerichtet, die dreimal in der Woche über mehrere Haltestellen in Rohrbach nach Pfaffenhofen fahren. "Der Standort in St. Kastl hat schon den Vorteil, dass es nicht so viele Versuchungsquellen gibt. Die Rückfallquote ist niedriger als in der Stadt. Aber wenn jemand trinken will, kommt er immer an etwas ran, doch drei Kilometer bis zum nächsten Supermarkt sind schon ein weiter Weg", sagt Kirschner.

Viele Anwärter schauen sich St. Kastl erst einmal an, verspüren Ruhe, denn Sucht ist immer Stress, und es wird versucht den Leuten bewusst zu machen, wie Ruhe und Natur wirken, was diese Leute gar nicht mehr kennen.

Momentan ist das Haus mit 45 einzelnen Bewohnern voll belegt. "Wir sehen uns als Wegbegleiter, wollen zusammen mit den suchtkranken Menschen neue Wege gehen aus der Sucht heraus, das ist unser Logo und Ziel", erzählt Rosi Kirschner.