Scheyern: Geigen umspielen das Kirchenschiff
Vollendete Harmonie: Als ein bestens eingespieltes Ensemble präsentierten sich unter der Leitung von Barbara Schmelz der Basilikachor, das Orchester aus Amateuren und Profis sowie die Sopranistin Susanne Breu. - Foto: Steininger
Scheyern

Das handverlesene Programm von Kirchenmusikerin Barbara Schmelz stellte hohe Ansprüche an Chor, Orchester und Sopranistin Susanne Breu gleichermaßen. Nicht zuletzt demonstrierte der Basilikachor, zu welchen Leistungen ein Amateurensemble fähig ist. Insbesondere in seiner Kammerchorbesetzung aus elf Frauen und Männern, die mit Anton Bruckners Motette "Ave Maria" gleich zu Beginn ein Zeichen setzten: Der kurze, siebenstimmige A-cappella-Gesang war geprägt von romantischer Sensibilität, die das Ensemble sensibel interpretierte.

Das Kontrastprogramm bildete das Magnificat des Esten Arvo Pärt, das die Interpreten forderte und die Zuhörer faszinierte. Ebenfalls a-cappella gesungen, enthielt es neben stimmlicher Dynamik auch dissonante Klänge und erinnerte an den Klang von Glocken, die der Chor am Ende, immer leiser werdend, gefühlvoll ausklingen ließ.

Langsam und festlich intonierte das Streichorchester das "Andante festivo" von Jean Sibelius: Flirrende Geigen umspielten das Kirchenschiff, transparent, harmonisch und mit romantischen Tönen, die förmlich ineinanderflossen, bis die Pauken dem Werk einen markanten Abschluss bescherten. John Rutters Magnificat dagegen ging musikalisch in die Vollen und bot in sieben Sätzen Solosopran, Chor und Orchester vielfältige Möglichkeiten, sich auszudrücken. Anfangs erinnerte das Werk an ein Musical, dann mal wieder an Gregorianische Chöre.

Das war mitreißende Musik, in der der gemischte Chor ein wesentliches Element darstellte, aber auch Harfe, Blech- und Holzbläser, Truhenorgel, Pauken und Percussion neben den Streichern zum Einsatz kamen. Vor allem Sopranistin Susanne Breu, dem Publikum aus vielen Konzerten in der Region bestens bekannt. Sie bekam mehrfach Gelegenheit, mit ihrer jubilierenden Sopranstimme, ihrem feinem Vibrato und ihrer makellosen Intonation bis in höchste Höhen ihr Können unter Beweis zu stellen. Dann plötzlich wieder der Chor im Wechsel zwischen Männer- und Frauenstimmen, der sich aus der Tiefe in die Höhe schwang, unterstrichen von Pauken und Kleiner Trommel, bis sich die Melodie wieder von oben nach unten umkehrte und dissonant verhallte. Dazwischen Klänge wie aus einer Filmmusik, wie überhaupt Rhythmik und Harmonik in stetem Wechsel den Charakter des Werkes prägten. Gewaltig und dramatisch am Ende das Gloria, in dem sich Chor, Orchester und Sopranistin zu einem furiosen Finale aufschwangen, das mit vehementen Paukenschlägen dem Werk ein bombastisches Ende bescherte.

Großes Kompliment an Barbara Schmelz, für ihre Auswahl ebenso wie für ihr feinfühliges Dirigat, ob beim Kammerchor oder dem großen Ensemble. Schier endloser Beifall, Bravorufe am Ende und natürlich als Zugabe noch mal den vierten Satz. "Weil's so schön war", freute sich Barbara Schmelz.